gastgeben

Dieses bislang allenfalls in Anführungs- oder Ironiezeichen gesetzte Verb erlebt gerade seinen Durchbruch. Die neue Innervierwändigkeit (okay, man darf auch Cocooning sagen) wirft nicht nur Kochbücher und -sendungen im Dutzendpack unter die Leute, sondern auch den einen oder anderen Ratgeber, wie man neben dem Essen auch noch dessen Umfeld hübsch gestaltet.

Dabei ist offensichtlich gleich mehrfach aufgefallen, dass es der deutschen Sprache bislang an einem Tätigkeitswort für das fehlte, was ein Gastgeber tut. Gastgeben nämlich. Immer wurde uns nur erklärt, wie man ein guter Gastgeber wird – aber nicht, wie man gut Gast gibt. Als dann noch die verlagseigene Frauenbeauftragte entdeckte, dass gastgeben viel geschlechtsneutraler ist als GastgeberIn, war das Verb nicht mehr zu stoppen.

Aktuell begegnet es uns im soeben erschienenen und bereits ordentlich verkaufenden Buch „Gastgeben. 101 kreative Ideen“ von Eva Neisser. Und in wenigen Wochen gesellt mein Eichborn-Verlag zu ihr noch die beiden Knalltüten Jürgen von der Lippe und Ingo Oschmann mit dem Buch „Schönen Abend. Geben Sie richtig Gast.“  

Ohne auch nur ansatzweise die Qualität dieser beiden Bücher beurteilen zu können (da müsste ich sie ja lesen!), bin ich ihnen für die Etablierung dieses Neuverbs dankbar. Auch wenn dam keine Frauenbeauftragter ist.

Kommentare (-37)

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  1. Ein schönes Verb, das uns hoffentlich viel Heissluft ersparen wird.
    Variante 1: «Gundel Gaukeley verantwortete Catering-, Facility-, Hosting- und Eventservices»
    Variante 2: «Gundel Gaukeley gab gast.»

  2. „Ich bin ein schlechter Gastgeber und sehe oft nicht, wenn meine Gäste etwas benötigen. Also sei auch du ein schlechter Gastnehmer und bedien dich einfach an dem was da ist.“