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vonDetlef Guertler 03.02.2007

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Am 22. August 2006 gab es an dieser Stelle ein dickes Lob für die Werbe-Jungs von Procter & Gamble, für die ebenso klare wie deutsche Wortschöpfung „Ariel kalt-aktiv“. Das war ein Fehler. Auch wenn es damals tatsächlich wortistischen Anlass für eine positive Wertung gab: Man darf Werber einfach nicht loben. Waschmittelwerber schon gar nicht. Denn was machen sie, kaum dass die Kalt-Aktivität ein wenig im Hintergrundrauschen gelandet ist? Sie schieben „Ariel licht-aktiv“ nach!

Und das ist nun wirklich völliger Blödsinn. Kalt-aktiv, das sagte eindeutig, dass dieses Waschmittel schon bei der Kaltwäsche sauber wäscht. Und was sagt uns licht-aktiv? Dass Ariel jetzt bei Lichtwäsche funktioniert? Dass Ariel die Wäsche so gut bleicht wie ein Sonnentag am Mittelmeer? Dass die knubbligen kleinen Photonen mit Lichtgeschwindigkeit durch die Waschtrommel düsen? Egal was uns dieses Wort sagen soll, es hätte besser geschwiegen!

Gefreut hätten wir uns hingegen über Ariel nacht-aktiv (zaubert Glitzerstreifen in die Wäsche) oder über Ariel inter-aktiv (für Wäsche mit Internet-Anschluss). Aber das kriegen wir ja bestimmt noch.

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