Ein bemerkenswertes Beispiel für wortistische und grammatische Kreativität hat “Mehr Kaffee bitte” bei spiegel.de entdeckt. Nämlich die Überschrift “USA beschuldigen Iran als Lieferant für Todeszylinder”. Nun kenne ich mich in grammatischen Fragen weniger gut aus als der bei spiegel.de hauptberuflich dilettierende Bastian Sick, aber “beschuldigen als” klingt mir ziemlich undeutsch (und selbst wenn es deutsch wäre, müsste es dann nicht “als Lieferanten” heißen?).
Wortistisch hingegen ist der “Todeszylinder” ein echte Neuerung. Allerdings, wie die meisten Mutationen in der Biologie, keine besonders lebensfähige. Da steht ein kompaktes Metalldingsbums am irakischen Straßenrand, und wenn ein US-Fahrzeug vorbeikommt, wird es per Fernsteuerung zur Explosion gebracht. Dieses Dingsbums hat wohl tatsächlich einen eigenen Namen verdient, aber doch nicht Todeszylinder! Funkmine vielleicht, oder Fernbombe, aber den putzigen Zylinder mit dem allgemeinen Tod zu verknüpfen, und dabei keines der beiden Hauptcharakteristika dieser Waffe zu erwähnen, nämlich die explosive Wirkung und die ferngesteuerte… weiter lesen