Spam

von Detlef Guertler

Nein, wir gehen nicht so weit wie jener Leser der Rheinischen Post, der die Herren von der Aktion Lebendiges Deutsch des “Sprach-Spams” bezichtigte, nur weil sie gerne ein deutsches Wort für “Spam” finden möchten. Aber wir sind dennoch nicht bereit, an dieser Suche teilzunehmen.

Nicht etwa, weil Ih-Mail, Müllmail o.ä. nicht auch eine gewisse Existenzberechtigung haben könnten, sondern weil es sich hier meines Wissens um das einzige Wort im deutschen Sprachgebrauch handelt, das wir einem Sketch von Monty Python verdanken – einem Restaurant-Sketch nämlich, in dem etwa hundertmal dieses Wörtchen vorkommt, das erstens ein Markenname für Dosen-Frühstücksfleisch ist und zweitens mal die Abkürzung für “spiced ham”, also gewürzten Schinken war.

Spam ist auch im Englischen “nur” ein Slang-Begriff für etwas, was offiziell “Unsolicited commercial Emails” (UCE) heißt. Wobei spam sowohl lautlich ganz hervorragend passt als auch überall hin gebeugt und gedehnt werden kann – sowohl der Spamfilter als auch das Verb spammen oder die Personifizierung Spammer gefallen mir gut. Dazu noch die Monty-Python-Herkunft, und es gibt keinen Grund, hier irgendeinen Änderungsbedarf zu sehen.

Schwankend würde ich erst, wenn Harald Schmidt oder Dieter Nuhr eine Eindeutschung für Spam anbieten würden. Beide hätten es nämlich schon längst verdient, mit eigenen Wörtern die deutsche Sprache zu bereichern. Da bei der Aktion Lebendiges Deutsch jedoch keiner dieser Herren mitmacht, wird sie diesen Monat ohne meine Teilnahme auskommen müssen.


7 Kommentare zu "Spam"

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  2. Harald Schmidt oder Dieter Nuhr würde Wortistik-Fritzchen als Sprachmeister anerkennen. Bbbbrriiiiimaa, Betlef!!

    Vielleicht sollte er nur noch reagieren, wenn diese Sprachler was veröffentlicht oder kreiert haben – und selber ganz schweigen!
    Damit er nicht zu viel taz-Müll produziert!

    P.S:
    Dass er an Monthy Sowieso-Schei…-Spässkes erinnert, verzeihe ich ihm; da muss er noch sehr mubbeltär hingemuckt und hingemört maben, um sich das einzumerken in seim SPAM-bemeites Guertler-Gemirn!

  3. Aber nein, werter Herr Reyntjes,
    als Sprachmeister erkenne ich niemanden an. Meister der deutschen Sprache sind die Deutschen, und ich will ihnen (und Ihnen) weder etwas verbieten noch vorschreiben, sondern Anregungen geben. Anregungen, sich mit der eigenen Sprache zu beschäftigen, gerne durch Verwendung neuer Wörter.
    Und was die Herren Nuhr und Schmidt angeht, so würde ich es ihnen schlicht gönnen, mit einem Neuwort in unseren Wortschatz einzugehen. Bezüglich der von Ihnen verwendeten Neuwörtern mubbeltär, hingemuckt, hingemört, maben, einmerken, bemeit und Gemirn glaube ich hingegen nicht, dass sich eines davon in unseren Wortschatz einschmeicheln wird – was ich bei “mubbeltär” ein bisschen schade finde.
    Aber nur ein ganz kleines bisschen.

  4. Ach, Monty Python sind in den Kreisen, die die Rechenzentren bevölkern, sehr beliebt. Es gibt da diverse Insiderwitze, beliebt sind da vor allem die Steinigungsszene (Jeder nur einen Stein, Hat er etwa Jehova gesagt?) sowie besagter Spam-Sketch. WIMRE spielte ja John Cleese einen Deutschen, der dann Spam bestellte und von den Wikingern rausgeworfen wurde.

    Der Begriff UCE wurde erst geprägt, als Spam schon Gang und Gebe war, er trat mit der AOL-sierung des Usenet 93 oder 94 ein. Die Firma, die Spam herstellt wollte vor ein paar Jahren klagen, weil sie ihre Wortmarke in Gefahr sahen, aber inzwischen denkt wohl nur noch eine Minderheit bei Spam an ekliges Dosenfleisch.

    Übrigens, ähnlich beliebt sind noch Adams’ Discworld und der Herr der Ringe in der Szene. Die tauchen sehr oft als Zitat in Kommentaren in Quelltexten auf ;-)

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  7. Netzpest finde ich gut, Digimist humoristisch. Wie wäre es mit Netzmist, Netzfieber oder E-Postwurf?

    Beste Grüsse aus der Schweiz

    Daniel Stanislaus Martel
    http://spiritusnovus.wordpress.com

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