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vonDetlef Guertler 21.02.2007

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Was Zwillinge sind, glauben wir zu wissen: Zwei Menschen eben, die am gleichen Tag von der gleichen Mutter geboren wurden. Aber in den meisten Fällen müssen wir noch ein Adjektiv dazugeben, um so richtig klar zu machen, um welche Sorte Zwillinge es sich handelt – schließlich ist es ein gewaltiger Unterschied, ob diese zwei Menschen eineiige oder zweieiige Zwillinge sind.

In anderen Sprachen gibt es für diese zwei verschiedenen Sorten Zwillinge auch zwei unterschiedliche Wörter. Der Spanier redet von „gemelos“, wenn er eineiige Zwillinge meint (oder alles, was so gleich aussieht wie Zwillinge), und von „mellizos“, wenn es um zweieiige Zwillinge geht.

Wenn wir uns auch ein Neuwort für Zwillinge gönnen wollen, sollten wir eines für die zweieiigen Zwillinge suchen, da die Assoziation von „Zwilling“ mit „ununterscheidbar ähnlich“ extrem stark ist, so dass dieses Wort für die Eineiigen bestehen bleiben sollte. Mein Vorschlag für die anderen: Zweiling, also die Kombination der ersten mit der letzten Silbe von „zweieiiger Zwilling“. Das spart nicht nur viele Buchstaben, sondern auch die nun wirklich äußerst hässlichen Adjektive auf -eiig. Irgendwie sehen die immer aus wie falsch geschrieben.

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http://blogs.taz.de/wortistik/2007/02/21/zweiling/

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kommentare

  • Einling A.ius hat noch andere Un-Sorgen:
    Wie macht Detlef es mit Drillingen: Dreiling und Vierlingminus 1; Fünflingminuszwei?
    … und weitere, nämlich quattrologische Pseudo-P.Scripta? – No!

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