stockwandern

Nein, liebe Aktion Lebendiges Deutsch, mit eurem Eindeutschungsvorschlag für Nordic Walking bin ich überhaupt nicht einverstanden! „Sportwandern“ wollt ihr diese visuelle Umweltverschmutzung nennen, obwohl das doch nun allenfalls gelegentlich etwas mit Sport zu tun hat.

Wenn ich den einschlägigen Vorwanderer Christian Neureuther richtig verstanden habe, geht es bei dieser Art der Leibesertüchtigung doch eher um Gelenk- und Rückenschonung, also wäre Schonwandern eher angebracht.

Angesichts der schweren Schäden, die die Stockspitzen in Wanderwegen und Strandpromenaden hinterlassen, wäre natürlich auch die Bezeichnung Vandalandern gerechtfertigt.
Aber Spaß beiseite. Die richtige Eindeutschung hat bereits vor zwei Jahren ein Leserbrief in der taz genannt: Stockwandern natürlich.

Kommentare (-5)

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  1. Stockwandern ist ja noch ein Euphemismus für diesen unwürdigen Vorgang. W a n d e r n ist eine gute, schöne, tradierte tief verwurzelte Tätigkeit nicht nur in Deutschland. Es gibt keine wichtigen Gründe, um in guten Wein Wasser zu kippen. Wenn man in Norwegen im Winter riesige Schnee’Schuhe‘ an hat, mag es sinnvoll sein, sich mit Stöckern zu stützen, oder wenn man dereinst seeeehr gebrechlich ist.
    Bis dahin wandern wir freihändig – wie Menschen.
    Vielleicht gar ein Lied auf den Lippen . .
    Meint Brix
    ps
    Bin Wortpate für das schöne Wort ‚wandern‘. Es schien mir nötig , diese Patenschaft anzunehmen.

  2. Mmh, bei Stockwandern denke ich an die alten, geschwungenen Wanderstöcke. „Sportwandern“ gefällt mir besser.

  3. Wanderer übt er Stock und Stein

  4. Wortung
    – nicht nur für Reimer –

    Dein Stock und dein Stab,
    für Hirten und Pilger,
    ob Krüppel, ob Äskulap –

    Sprache will
    mit Worten wandern –

    gibt dem einem nur Drill.

    Doch Ge-Staltung dem andern.

  5. Stockwandern…?

    Yeah und jau, dat g e h t,
    ob mit Stab-, Stock- oder Stummreim:
    Wenn man nicht zu lang s t e h t,
    bringt einem das Landschaftsgewinn eim.