Empfehler

von Christian Dombrowski:

Gottschalk wirbt für Gummibären, Beckenbauer für die Postbank, Frau Feldbusch für Marmelade. Herr Kaiser empfiehlt die Hamburg-Mannheimer, Dr. Best eine Zahnbürste (seine eigene!), Käpt’n Iglo Fischstäbchen. Frau Antje wirbt für Käse aus Holland. Ob sie nun wirklich so heißen oder nur ihre Rolle spielen: Personen, die als Fürsprecher für ein Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung auftreten, werden von Werbeagenturen als „Testimonials“ bezeichnet. Ein sperriges englisches Wort, das auf den lateinischen Ausdruck für „Zeugenaussage“ („testimonium“) zurückgeht.

Man könnte auch einfach „Empfehler“ sagen.

Empfehler, m: Werbefigur, die ein Produkt oder eine Dienstleistung empfiehlt, oft ein Prominenter;  vormals „Testimonial“

Kommentare (8)

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  1. Darf man die neuen Chefs der Deutschen Telekom (Vor)-T-Urner nennen, wenn man davon ausgeht, dass sie noch mehr Kapital „verbrennen“ werden und das Unternehmen zu Asche werden lassen?

  2. Klar: Die Neigung, echten Menschen eher zu glauben als virtuellen, bedeutet noch lange nicht, dass ersteren tatsächlich Glauben zu schenken sei. Und Manfred Krug ist in seiner späten Läuterung leider die Ausnahme. „Empfehlerung“, hm. Vielleicht „Verpfehlung“?

  3. Manfred Krug, der im zerbrochenen Selbigen einen durchaus passablen Dorfrichter Adam abgibt, äußerte unlängst etwas krokodils-tränig in einem Interview, dass er seine T-Reklame heute nicht mehr gut findet und dass er zur Selbstbestrafung seine T-Aktien behalten hat.
    „T-Error“ wäre ein schönes Bonmot für eine schlechte Empfehlung, ist aber wohl schon durch die Justiz untersagt. Als Neuwort für eine schlechte Empfehlung schlage ich „Empfehlerung“ vor. 🙂

  4. Polyphems Wortspiel umschreibt die Frage von oben mit anderen Worten: Warum Manfred Krug trauen, wenn es um Aktien geht? Versteht ein Schauspieler etwas von Anlagegeschäften?

  5. Aus Schaden wird man Krug – oder ist es umgekehrt? Es steckt halt schon der Fehler in EmpFehler. 🙂

  6. @ mitleser: Mir kam es darauf an, einen Alternativausdruck für „Testimonial“ anzubieten – und „Testimonials“ sind Herr Kaiser und Käpt’n Iglo im Sinn der Werbewirtschaft genau wie die andern. „Warum sollten wir der Empfehlung einer Kunstfigur trauen?“ ist natürlich eine berechtigte Frage, über die man lang nachdenken kann. Aber offenbar funktioniert das Spiel ja, sonst würde nicht soviel Geld hineingesteckt. Und dann: Warum sollten wir der Empfehlung von Franz Beckenbauer trauen in Hinblick auf Geldanlagen? Oder der von Verona Feldbusch-Pooth in Hinblick auf Marmelade?

  7. .. und Detlef Guertler zieht – nein, nicht: die Nilpferdpeitsche aus dem Sprachpanzer, sondern entguertelt sich in Wortlust!
    Meine Empfehlung!

  8. Gute Idee. Wohlgemerkt: Herr Kaiser oder Käptn Iglo sollte man nicht dazu rechnen. Schließlich zeichnen sich Empfehler gerade durch ihre Präsenz bzw. Prominenz in der Echtwelt aus. Weshalb sollten wir der Empfehlung einer Kunstfigur trauen?