Trapp

von Detlef Guertler

Gestern bei Google News einen ARD-Beitrag zu einem mir nicht mehr einfallenden Thema gesehen, bei dem im Anreißer die Formulierung “auf Trapp” stand. Sofort auf den Link geklickt, aber in der gerade aktuellen ARD-Fassung stand bereits “auf Trab”. Wie immer werden die schönsten Schreibfehler sofort umgebracht (wie bereits zum Thema Wehmutstropfen diskutiert)

Wer nach “auf Trapp” sucht, wird eine ganze Menge Treffer finden. Allein schon, weil jeder, der etwas auf Trab bringt, diesen Trab wie Trapp ausspricht. Und der ja eher gemütlich wirkende Pferde-Trab gar nicht so recht zum eher brüsken “auf Trab bringen” passt, das wiederum vom ungestümen Trapper gar nicht so weit entfernt ist.

Warum also nicht “auf Trapp”? Es wäre ein wahres Stück Powerdeutsch. Und irgendwann erlaubt es dann sogar der Duden.


6 Kommentare zu "Trapp"

  1. Nö. Da bleiben wir beim Empörbuch.
    Ich werd schon meine Instinkte in den Griff kriegen bis ich ein liebenswerten Lebewesen finde.
    Ich finde es aber wirklich unnötig, dass man mir um Halb Drei nachspannt.
    Welcher Sinn soll sowas haben?

  2. Ihr Vorschlag erscheint mir vollkommen einleuchtend, Herr Gürtler. Es ist höchst sonderbar, dass man “auf Trapp” mit b schreiben soll! Das onomatopoetische “trapp trapp”, das doch wohl den Aufschlag von Pferdehufen wiedergeben soll, wird jedenfalls mit Doppel-p geschrieben, so dass hier das Schriftbild mit der Lautgestalt übereinstimmt und Ihre Argumentation unterstützt. Wenn ich mich an Übertragungen von Olympischen Pferdewettkämpfen richtig erinnere, gibt es unter den Trab-Gangarten sogar einen Trab auf dem Stand, der “Piaffe” heißt. Auch die “Passage”, das langsame Schreiten, wird zum Trab gerechnet, glaube ich. Traben ist also nicht zwingend mit Tempo verbunden, sondern kann sogar Langsamkeit und Stillstand bedeuten. Ich vermute, bei der Wendung “auf Trapp” handelt es sich um eine Vermischung der beiden Wörter “Trab” und “Galopp”, vielleicht ursprünglich um eine Verwechslung. Das Geschwinde, Dynamische darin scheint jedenfalls vom Galopp herzukommen; so wäre es nur stimmig, beim Schreiben das Doppel-p ebenfalls von daher zu nehmen. Aber mag sein, der Orthographie-Professor, der die Wendung zum ersten Mal in sein Lehrbuch eintragen wollte, hat den Mischling nicht als solchen erkannt. Vermutlich hat er bloß gedacht: “Klingt zwar nicht ganz so wie “Trab”, aber die Leute sollen es schön mit “b” schreiben, denn eindeutig steckt “Trab” dahinter, und den schreibt man auch mit “b”.” So könnte es vielleicht gewesen sein.

  3. Nachtigall, ick hör dir trappsen.
    Das ist gewiss sehr sulkig, wenn wir einen Trapper trappen lassen und ein Trapper als Anhänger des Trapprennsportes hinten auf dem Anhänger Platz nimmt. Gemütlich ist das nicht. :-)

  4. Trapp…?

    Vielleicht ist da auch noch die gute, alte, in den USA so beliebte Papa-Mama-Kindelein-Trapp-Familie aus den 70-ern “meinbar”:
    Das war guter, deutscher, nicht belasteter Familien-Lebensborn nach Orgelpfeifen-Manier; musikalischer als die Goebbels-Blagen-Truppe – heute müsste da die Ursula-von-der-Leine vortraben, äh: ein-springen.

    Aber, da melden sich emotio-anale Widerstände bei mir: Trab mal du nochmals los, Richling! In der Ursula-Rolle! Jeden Tag – vor acht, wenn es um Deutschlands Aktien geht: Da lass ich meine Leitkultur-Pferdchen, ach, was, Tränen leidlich traben!

    http://www.schnitt.de/tvtip/artikel/trapp-familie__die.shtml

  5. Ich bin erschüttert.
    http://textundblog.de

  6. … alles gar nicht so lustig, wenn man Trapp heißt und immer wieder auf diesen Faulheits- und Bildungsfehler stößt …

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