Wenn Stefan Raab einen DSDS-Kandidaten in RAF-Manier als Gefangenen von RTL posieren, schäumt der TV-Teil der Medienwelt über. Wenn Dirk und Mac in Fahndungsfoto-Manier einen Bundesinnenminister als “Stasi 2.0.” karikieren, passiert selbiges im Internet-Teil der Medienwelt.
Nun sind wir hier zwar für Überschäumungen jeglicher Art nicht zuständig, aber dafür für Neuwörter. Und zwar erfüllt “Stasi 2.0.” dieses Kriterium nicht, aber dafür die Schäublone – also die Schablone, mit der man die Schäuble-Fahndungskarikatur an Haus- und sonstige Wände sprühen kann.
Man muss weit zurückgehen, um einen ähnlich putzigen Umgang mit Ministernamen zu finden. Nämlich gut 40 Jahre, und ins Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo Kultusminister Paul Mikat, um die Babyboomer-Schüler irgendwie unterrichten zu können, unstudierte AushilfslehrerInnen einstellte – die Mikätzchen.
Doch während die Mikätzchen es auch heute noch auf viele Treffer und einen Wikipedia-Eintrag bringen, wird die Schäublone wohl nur über eine wesentlich begrenztere Lebensdauer verfügen – etwa doppelt… weiter lesen