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vonDetlef Guertler 15.05.2007

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Hätte nicht der Perlentaucher die Süddeutsche Zeitung unter Beobachtung, wäre uns doch glatt die spracherschütternde Neuigkeit des großen Eszett entgangen. Aber nicht nur, dass der Perlentaucher uns alle Grundlageninformationen zur Füllung dieser großen Leerstelle der deutschen Rechtschreibung gibt, er verweist auch auf das dem großen Eszett gewidmete Sonderheft der Zeitschrift SIGNA.

Das erschien bereits Ende März 2006 und stellte die seither nie wieder behandelte Grundsatzfrage: „Kann man eine Minuskel überhaupt versalieren?“ Auch wenn es sich bei der Erhebung des Eszett in den Majuskelstand um die mutmaßlich einzige Verwendungsmöglichkeit des Verbes versalieren handeln dürfte, sei es zur Feier dieser Nachricht in den deutschen Wortschatz aufgenommen.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2007/05/15/versalieren/

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kommentare

  • Wir versalieren AMOK, PISA – da muss es VERMUTLICH einen ZUSAMMENHANG geben!

    Aber BILD möchte ich dazu nicht befragen.

    Schön, dass die „taz“ sich nicht versaliert hat; sondern weiterhin minuskelt.

    (Ein Verb, das ich auf Vorhandensein hin nicht untersucht habe. – „minuskulieren“ käme mir doof vor; „verminuskeln“ dito)

  • […] Auch den Vorgang des Plenkens beurteile ich wesentlich milder als auf DIN 5008 pochende Typografen. Es handelt sich um eine äußerst milde Form des Hervorhebens einzelner Satzbestandteile, die im Vergleich mit dem VERSALIEREN oder Fetten geradezu dezent wirkt. In der Holzwelt des bedruckten Papiers hat das Plenken in der Tat nichts verloren, da dort eine große Zahl von typografischen Hervorhebungsmöglichkeiten existieren, die bei Online-Publikationen nicht (oder noch nicht) gewählt werden können – der Wortist beispielsweise kann sich weder die Schriftart noch die Größe seiner Buchstaben selbst aussuchen. […]

  • […] Bis es so weit ist, könnten wir ja versuchen, den von Niggemeier selbst präsentierten Blogpapst-Kandidaten zur Übernahme des Amtes zu überreden. Diesen seit vielen Jahren unter öffentlicher Beobachtung stehenden Brillanzbolzen, der alles erreicht hat, den keine Herausforderung mehr reizen kann, der nur noch gegen die Langeweile in sich selbst ankämpft, und der sich, anderen und der Welt eine große Freude machen würde, wenn er sich und seine Fähigkeiten in die Blogosphäre beamen würde. Vielleicht klappt es ja, wenn wir alle zusammen versalieren:  HARALD SCHMIDT FOR BLOGPAPST! […]

  • Ist das ß überhaupt eine Minuskel? Soweit ich das verstanden habe ist eine Minuskel ein Buchstabe. Das ß ist aber kein Buchstabe, sondern eine Ligatur – also eine Verbindung von zwei Buchstaben bzw. Minuskeln. Neben dem ß gab es insbes. in der Frakturschrift noch weitere Ligaturen wie tz oder ff. Leider fehlen diese in der heutigen Druckschrift völlig.

  • Auch für die Berufsgruppe der Werber ist mir ein Synonym wie ‚Versalierer‘ höchst willkommen. Nicht direkt beleidigend, aber der Betreffende weiß schon, wie’s gemeint ist. Bisher gab es da – dem Faible dieses lobpreisenden Gewerbes für Ausrufezeichen folgend – doch nur den ‚Brüllstangenrüttler‘ …

  • Man verstosse das Neuverb nicht voreilig! Im Usenet, in Chatrooms und im SMS-Wesen ist es höchst willkommen. Statt KANNST DU NICHT AUFHÖREN, ZU SCHREIEN bzw. WAS SOLL DER CAPS-LOCK-TERROR wird es künftig genügen, zu schreiben:

    DU VERSALIERST.

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