samthart

von Detlef Guertler

Dieses noch nie dagewesene Adjektiv schmückt den Leitartikel der samstäglichen taz: Gemünzt ist es auf Angela Merkel, und beschreiben soll es ihre Verhandlungsstrategie (oder doch eher -taktik) sowohl in der heimischen Koalition als auch als EU-Ratspräsidentin. Merkel profitiere vom “Mythos der derzeit mächtigsten Frau der Welt, die mit naturwissenschaftlichem Verstand und freundlicher Beharrlichkeit ein Hindernis nach dem anderen aus dem Weg räumt”.

Auch für Ratgeberbücher für verzweifelte Eltern wäre dieses Adjektiv zweifellos geeignet. Schließlich müssen sie sich wieder und wieder mit Tränen in den Augen motivieren, das schreiende Blag im Bettchen liegen zu lassen, ein, zwei, drei abgezählte Minuten lang, dann wieder ins Zimmer, in freundlichstem Ton “wir haben dich sehr lieb, schlaf jetzt bitte” sagen, und wieder raus und immer so weiter. Ja, das ist verflucht hart für die Eltern – aber eben nur samthart für die Kinder, ob sie nun Max-Kevin oder Sigmar-Gabriel heißen.


Ein Kommentar zu "samthart"

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