Schalkernst

von Detlef Guertler

Wortistik-Leser Hausi hat sich worchäologisch betätigt. Er schreibt: “Ich würde “Schalkernst” oder “Schalksernst” wieder ausgraben und dem Wort eine neue Bedeutung geben. Geschaffen wurde dieses wunderschöne Wort als Ersatz für Ironie wobmit es sich nicht durchsetzen konnte. Für mich drückt “Schalkernst” dagegen jene Zielstrebigkeit aus, welche mit Humor einhergeht.”

Für mich schließen sich spontan zwei Überlegungen an. Erstens zeigt Hausis Begründung, dass die deutsche Sprache einen reichlichen Bedarf an Wörtern für die Beschreibungen unterschiedlicher Humor-Schattierungen hat. Neben und zwischen Klamauk, Comedy, Kabarett, Ironie und Satire ist noch reichlich Platz, um von Loriot bis Ingo Appelt, von Oliver Pocher bis Helge Schneider passende Beschreibungen zu generieren. Bei Schalkernst beispielsweise würde ich am ehesten an Wigald Boning und Herbert Feuerstein denken.

Zweitens weckt die Genese des ursprünglichen Schalkernst-Vorschlags in mir brennende worchäologische Neugier. Er kommt nämlich von einem gewissen Joachim Heinrich Campe (1746-1818), der laut Wikipedia-Eintrag etwa 11.500 Vorschläge zur Eindeutschung von Fremdwörtern gemacht haben soll, von denen etwa 300 den Weg in den deutschen Wortschatz gefunden haben, unter anderem Feingefühl (für Takt), Hochschule (für Universität) und Lehrgang (für Kursus). Mehr als die anderthalb Dutzend Beispiele, die Wikipedia liefert, habe ich im Netz allerdings nicht finden können. Kann mir jemand weiterhelfen? Ich hätte zu gerne die komplette 11500er-Liste…


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