Industriefarbe
von Detlef GuertlerEinen hübschen Bedeutungswandel gibt Neublogger Norman E. Mailer dem schon länger gelegentlich auftauchenden Wort Industriefarbe. Bezeichnete es bisher üblicherweise industriell hergestellte Farbe und wurde dafür vereinzelt in Bildbeschreibungen verwendet (im Unterschied etwa zu vom Künstler selbst angerührten Farben), so verwendet es Mailer in seiner (bei Stefan Niggemeier entdeckten) Bildbeschreibung des Balkens im Newsroom der Welt-WamS-Morgenpost-Chefredaktion zur Beschreibung einer Farbatmosphäre: “Unterstützt wird die maschinelle Unerbittlichkeit des auf die Zukunft gerichteten Prozesses durch die Exponiertheit der technischen Bildschirmaufhängungen, die mit ihren kalten Industriefarben (grau und metall) auf das Fließband als Vorbild tayloristischer Produktionsweisen deuten.”
Ist es nicht geradezu eine Ironie des Weltgeists, dass diese “Industriefarbe” ausgerechnet für einen Ort steht, der für seine Schöpfer die Überwindung des Industriezeitalters und das Heraufdämmern der Wissensgesellschaft symbolisiert?
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hmmmm… Wirtschaftlich gesehen ist das Gegenteil einer Industriefarbe eine Handelsfarbe…