Auf die Drastik, die man durch Übertragung der Menschheitsgeißel Krebs auf außermedizinische Bereiche erreicht, wurde hier bereits hingewiesen - genauso wie auf die Heikelkeit (oder wie heißt sonst das Substantiv zu heikel?) dieses Unterfangens. Beide Aspekte finden sich jetzt in einem Beitrag des Monarchen des Wortreichs, der einen Text aus dem Stellenteil der Züricher Tagesanzeigers völlig zurecht zerfetzt, dabei aber zur Krebsmetapher greift: “«Teilaspekt der Erfolgsfaktoren» ist Sprachkrebs.”
Sprachmüll – bestimmt! Gedroschenes Wortstroh – jederzeit! Aber Sprachkrebs? Die besonderen, den Krebs auszeichnenden Eigenschaften sind doch sein (fast) grenzenloses Wachstum und seine ziemlich wahrscheinliche Tödlichkeit. Sprachkrebs wäre also etwas, was in dynamischem Wachstum entweder die Existenz der Sprache bedroht oder die Lebendigkeit von irgend etwas anderem durch sich unendlich ausbreitende Sprache. Beide Eigenschaften fehlen den Teilaspekten der Erfolgsfaktoren.
Der ersten Bedeutung würden wohl jene Freunde der deutschen Sprache zustimmen, die unser Idiom von der galoppierenden… weiter lesen