elektrosozial

Beim nochmaligen Blättern durch das vor kurzem hier erstmals erwähnte Theleprompt-Blog erstmals an dessen Unterzeile hängen geblieben: Zufälliges aus der elektrosozialen Welt. Elektrosozial? Noch nie gehört. Aber da es ja dutzendweise auf -sozial endende Adjektive gibt, von den mit sozial- beginnenden ganz zu schweigen, wird sich auch vor Tobias Thelen schon mal jemand mit dem Elektrosozialen beschäftigt haben.

Oder etwa doch nicht? Bei Google gibt es jedenfalls keinen einzigen Treffer für elektrosozial, auch nicht für den Elektrosozialismus. Wie immer hilfsbereit bietet die Maschine dem Elektrosoziales suchenden Wortisten als Ersatz „Elektrosila“ an, was eine Metrostation in St. Petersburg ist. Nein danke, das meinten wir nicht.

Aber handelt es sich bei dieser helfenden virtuellen Hand von Google nicht genau um das, was wir suchen? Nämlich um ein elektrosoziales Verhalten? Müssen wir uns jetzt in Nachfolge Walter Benjamins um das soziale Verhalten im Zeitalter seiner digitalen Reproduzierbarkeit bekümmern? Entwickeln wir Maschinen, die nicht nur künstlich intelligent oder künstlich kreativ sind, sondern auch noch künstlich sozial? Und wenn es elektrosoziale Maschinen oder Programme gibt, lassen sich dann auch elektroasoziale konstruieren? Oder elektroliberale? Fragen über Fragen – Computerfreaks, übernehmen Sie. Bevor es Ihre Maschine tut.

Kommentare (4)

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  1. Pingback: theleprompt · Aus der Worterfinderwerkstatt

  2. „Elektrosozialismus“ – ist das nicht eigentlich seit Lenin ein alter Hut? Siehe: „Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“

  3. Ich wollte soebenst, vor 5,23 Min., im vorbildlich oberstudienrätlichen und scanner-philen Modus die electro-sociale Empathie meines dynamisch-kommunikativen Da- und So- und Interferenz-Seins exmittieren in einem kongenial „eisernen Sonett“

    von Josef Winckler:

    „.. Es summt der Dynamo, an Uhr und Skalen
    Gehn geisterleis die Zeiger, rasend drehn
    Die Räder; allgewaltig, zauberschön
    Des Stahlkolosses Kolben schwirrn und mahlen. (…)“

    … da schaltete der Rechner – e-social-destruktiv – ab. – Kurzschluss? Bedienungsfehler? Finger in der Tastatur verklemmt?
    – Die digitale und elektro-diffuse BAnal-Sympathologie meiner Motive wird sich hic et nunc mittei

  4. Sollte das eine absichtlich brutale Übersetzung von „e-social“ sein? Dafür gibt es bei Yahoo einige Treffer (nur Unsinn aber bei Google, weil die Bindestriche als Worttrenner auffassen, gnarf.)