30.08.2007 von Detlef Guertler
Kurze Frage an bessere Kenner der deutschen Rechtschreibung: Heißt es Tragigroteske (wie einst bei Friedrich Diekmann über die Schreiber-Affäre) oder heißt es Tragikgroteske (wie heute bei Susanne Lang über den First-Steps-Award). Der Duden verzeichnet weder das eine noch das andere Wort, und mir fällt keine Kopplungsregel ein, nach der hier das tragische Schluss-K bleiben oder wegfallen müsste.
Mein Tipp: Das Deutsche ist so tolerant, dass es beides zulässt, aber wenn das Wort häufiger gebraucht würde, fiele das -k- von ganz alleine weg. Aber vielleicht weiß es ja jemand besser.
30.08.2007 von Detlef Guertler
Wer sich psychopathisch verhält, ist ein Psychopath. Wer homöopathisch behandelt, ist ein Homöpath. Und wenn jemand unsympathisch ist, haben wir kein Problem damit, ihn als Unsympathen zu bezeichnen. Alles klar und eindeutig. Aber wenn jemand, der sympathisch ist, als Sympath bezeichnet wird, drückt das Substantiv etwas ziemlich anderes aus als das Adjektiv – nämlich eine Distanzierung. Wenn etwa in der aktuellen “Wirtschaftswoche” die Sportfreund Stiller als “Sympathen” bezeichnet werden, mokiert sich der Autor ganz leise darüber, dass die ”wohl beliebteste Band Deutschlands” es geschafft hat, “die Fans von Volksmusik und Alternative Rock” für sich zu begeistern. Sonst hätte er bestimmt “die sympathischen Musiker” oder so ähnlich geschrieben.
Die Distanzierung, die im Sympathen mitklingt, ist offenbar Teil des Misstrauens, das wir einfach nur netten Menschen gegenüber hegen, das wiederum zumindest teilweise gesund ist, weil es oft vorkommt, dass Menschen sich sympathisch geben, um uns überteuerten Müll verkaufen zu können. Andererseits fehlt uns damit… weiter lesen