Mutterkreuzzug
von Detlef GuertlerDass sich ein öffentlich-rechtlicher Sendung von heute auf morgen, und das auch noch am Wochenende, von einer seiner prominentesten Moderatorinnen trennt, ist schon mal was Besonderes. Dass er dabei sogar ein passendes Neuwort prägt, ist mit Sicherheit einmalig: „Frau Herman steht es frei, ihren ’Mutterkreuzzug’ fortzusetzen, aber mit der Rolle einer NDR-Fernsehmoderatorin ist dies nicht länger zu vereinbaren“, wird NDR-Programmdirektor Volker Herres heute von mehreren Medien zitiert.
Zwar ist der Mutterkreuzzug auch schon vor diesem Wochenende vereinzelt verwendet worden (der erste googlefähige Beleg stammt von Cora Stephan und aus dem Jahr 1996), aber auf die Herman’sche Kombination aus fanatischem Engagement für Nur-Mütter und Annäherung an die Familienpolitik des Dritten Reiches passt diese Zusammensetzung wie angegossen.
Schade ist nur, dass ich mich bei meinen freitagabendlichen Talkshow-Betrachtungen jetzt nur noch über Giovanni di Lorenzo aufregen kann.
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Moin,
ich halte von der Dame nix, aber Sie hat lediglich Ihre Meinung kundgetan. Mam muss dem nicht zustimmen, aber es müsste in einer Demokratie möglich sein (und wenn die Meinungsäußerung auch noch so blöd ist) dies zu tun. Oder darf man nur Meinungen äüßern, die “unverdächtig” sind?
Niemand hat etwas dagegen, dass sie diese Meinung äußert. Das zugehörige Buch verkauft sich offensichtlich auch hervorragend, es gab vor einem Jahr, beim vorigen Buch, schon erregte Diskussionen, und es wird sie auch wieder geben. Dass Eva Herman in einer die Gesellschaft stark interessierenden Debatte eine Extremposition verkörpert, kann viele anderen dabei helfen, den eigenen Standpunkt zu verorten. Eine ähnliche Rolle spielte in den 70ern Esther Vilars “Der dressierte Mann” in der Feminismus-Debatte.
Allerdings ist jemand, der Extrempositionen vertritt, zwar hervorragend für Gastauftritte in Talkshows geeignet, aber eben nicht als Moderator einer solchen.
Warumm denn nicht Irgendwann liegen alle Mütter unterm Kreuz.
Die Genration welche noch Probleme mit solchen Begriffen haben könnte sollte ihr Sprachbewusstsein erweitern, oder umschalten.
Detlef hat schon recht Hr. Di. Lorenzo sollte mehr Arbeiten.
MFG
Jan-Peter
Alltag der Männlein (mit “Evchen”-Einsatz):
Da laufen also Männer wieder zu Kreuzzugs-Hochform auf, wenn es gilt, ein Quasi-Muttchen, das ein TV-Show-Puttchen und Verlags-Geisterschreiber-Nuttchen ist, abzuhalftern. Ein wahres Perl-Muttchen für die Designer-Männerwelt, als Variation im permanenten Kreuzzugs-Schmodder.
Dass das Mutt-Dämchen anthropologisch Nachhilfe braucht und was hinter die Schnuckel-Lernlöffel verdient hat, in deutscher Frau- und Mütterlichkeit, überhaupt in Geschichte und allgemeiner Psychologie und Sozialisationseinsichten, wird wohlweislich unterschlagen. Warum sollten auch kritisches Wissen und evolutionäre Attitüden pro forma explanationis mentalis – vulgo: Aufklärung – salonfähig gemacht ubiquitär verbreitet werden im Mittelschichtfernsehen? Dass die Eva-Nazi-Kunde ein eklatantes Versagen von Bildung und Erziehung in der BRD ist, soll diese “Hermann”-Frau nur als blödes Eigenverschulden heimgezahlt kriegen.
Ich hoffe, sie prozessiert auf „Mann-komm-raus“ und gewinnt juristisch – mit der nötigen BILD- und Prozessentourage alles an Entschädigung und Ausgleich, was sie festnageln kann wg. Vertragsverletzung.
Sie könnte es ja zu Bildungszwecken ausgeben, wie es dem Eva-Verlag Pendo dienstbar wäre.
Oder dem Nach-vierten-Ehemann-Game, das sie sich ohnehin leisten kann.
„Eva“-actio und Männer- oder Show-reactio – sie sind neues Spiel, neues Glück, kapitale Lotterie im Orbis des Agierens und medialen Mitspielens.