Uber-Cap
von Detlef GuertlerVor gut einem halben Jahr wurde hier die Verpowerdeutschung der Globalisierer-Sprache prognostiziert. Damals allerdings noch mit Fragezeichen: “Wird in Zukunft jeder globalisierte Manager, der etwas auf sich hält, ein paar deutsche Begriffe in seine Redebeiträge einflechten müssen, um hip zu sein – mal “zack-zack”, mal “Problemlösungskompetenz”, je nach Anlass?”
Doch ein gestern auf der Webseite des britischen Telegraph veröffentlichter Text bringt mich dazu, aus dem Frage- ein Ausrufezeichen zu machen. Dort heißt es:
“The easy way to play the game is through multinationals that generate a big chunk of their profits in the boom zones. Citigroup has advised rotating from “mid-cap” to “Uber-cap” stocks, which on average generate 23pc of sales in emerging markets. They cite AXA, BAT, Lafarge, Henkel, Nokia, Philips and Siemens, among others.”
Wenn man die nicht nur großen, sondern RICHTIG großen Großkonzerne meint, die mit der ganz besonders hohen Marktkapitalisierung (cap), dann reicht die englische Sprache (small, mid und large) nicht mehr aus, und auch die alten Griechen strecken die Waffen: “Mega Cap” reicht nur bis zu einem Börsenwert von 45 Milliarden Euro. Für alles darüber nimmt man nietzscheanisches Powerdeutsch, auch wenn das mit den Umlauten auf undeutschen Tastaturen nicht so einfach ist.
Vielleicht sollte man den in den USA gerade in der Mache befindlichen Super-Fonds, der nach Meinung des Wall Street Journals wohl in erster Linie ein Citigroup-Rettungsfonds ist (wofür allerdings auch 100 Milliarden Dollar nicht lange reichen), lieber doch nicht, wie gestern hier vorgeschlagen, “Treuhandfonds”, sondern gleich “Uber-Fonds” nennen.
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“Uber” gibts im US-Englisch schon länger. Claudia Schiffer war “the uber-babe from Germany”, und im “Urban Dictionary” toppt “uber” sogar unsere griechischen Mega-Präfixe:
http://www.urbandictionary.com/define.php?term=uber
“Uber: The ultimate, above all, the best, top, something that nothing is better than. Also Über”