Schachstandort
von Detlef GuertlerGroße Ereignisse werfen ihren Schatten voraus: 2008 werden in Deutschland sowohl die Schach-Weltmeisterschaft als auch die Schach-Olympiade stattfinden. So wie vor 50 Jahren, als zwei aufeinanderfolgende Olympiaden nach Deutschland kamen (1958 München, 1960 Leipzig) werden auch diesmal beide Reichshälften bedacht: Die WM kommt nach Bonn, die Olympiade nach Dresden.
“Der gute Ruf des Schachstandorts Deutschland steht auf dem Spiel”, ruft René Gralla in der heutigen Welt. Obwohl sich außer ihm, dem wohl einzigen Schachstandortjournalisten Deutschlands (dem man deshalb auch die Tätigkeit fürs Neue Deutschland nicht verübeln kann, schließlich hat er auch schon für die taz geschrieben), sonst wohl keiner um das Wohl und Wehe des deutschen Schachstandorts bekümmern mag.
Weshalb es wohl auch eine höchst fragwürdige Behauptung ist, dass Deutschland als Schachstandort einen guten Ruf genießt. Mit dem Schachstandort Asralum können wir wohl kaum mithalten. Aber das wird natürlich ganz anders, wenn die Grubbegugge-Leinwände im November Deutschland überschwemmen, und René Gralla live auf allen Sendern die spannendsten Partien von WM und Olympiade kommentiert.
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Wenn jemand schon ein Brett vor dem Kopf hat, so soll es gern ein Schachbrett sein.
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