Herdprämie

von Detlef Guertler

Natürlich handelt es sich hier nicht um ein Unwort, auch wenn Horst Dieter Schlosser, der dümmste Juryvorsitzende der Welt, das so durchgesetzt hat (die Beschimpfung “dümmste Jury der Welt” verbietet sich, weil Hans Leyendecker mit dabei ist). Und schon gar nicht werden, wie Schlosser dumpfbräsig behauptet, damit “Mütter beleidigt, die ihre Kinder zuhause erziehen wollten”. Es handelt sich bei der Herdprämie vielmehr um einen Kampfbegriff in der politischen Auseinandersetzung darum, unter welchen Umständen der Staat wieviel Betreuungsgeld zahlt. Wenn also mit dem Begriff Herdprämie jemand beleidigt wird, dann die CSU, und die hält das aus.

Ein Betreuungsgeld, das nur unter der Bedingung gezahlt wird, dass die Mutter keiner Erwerbsarbeit nachgeht, hat den Namen Herdprämie voll und ganz verdient – es handelt sich nicht einfach nur um ein prägnantes Wort, sondern auch um einen polemischen Debattenbeitrag, der einen gesellschaftlichen Konflikt mit wenigen Buchstaben zum Ausdruck bringt. Der zweite Platz bei der Wahl zum Wort des Jahres ist also durchaus berechtigt, die Wahl zum Unwort des Jahres ist dagegen banane hoch drei. Aber da Horst Dieter Schlosser sowieso völlig merkbefreit und erfahrungsresistent agiert, erübrigen sich wohl weitere Argumente.


2 Kommentare zu "Herdprämie"

  1. Danke für den Beitrag!

    Ich spendiere die “Wort-Abfalleimer-Runter-Trag-Prämie” für den Wort-Schlosser!
    (Aber, bitte, mit dem Abfall nicht in die Papier-Tonne; sonst wird das Zeugs noch recycelt.)

  2. Pingback: berliner aufklärung » Blog Archiv » Mein Herd und seine Prämie

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