kredibil

Allerliebst, was die Wortwarte da im Spon entdeckt hat: „Du kannst nicht als Major eine Million Euro ins Marketing stecken und dadurch eine kredibile Marke werden“, sagt der 27jährige Skater und Nike-Promoter Niklas Zengler. Ja, ist es denn die Possibility, dass die Jugend von heute im Bemühen, ihre geliebte Credibility zu adjektivieren, ein Neuwort hervorgebracht hat, dass eher wie eine Kombination aus Kretin und debil klingt als nach Glaubwürdigkeit! Ein Adjektiv also, dass geradezu danach schreit, von anderen Szenesprechern missverstanden und missbraucht zu werden – is ja krass kredibil ey, unser neuer Streetworker!

Blöd nur, dass schon vor bald einem Jahrzehnt dieses Adjektiv bereits einmal gleichzeitig entdeckt und vernichtet wurde – von Peinlich-Popper Sasha. O-Ton aus einem Interview im August 2000: „Wenn man als Rockmusiker mal eine Pop-Ballade schreibt, ist man plötzlich nicht mehr „kredibil“, was auch immer das Wort heißen mag. Ich hasse dieses Wort. Außerdem bedarf es endlich mal einer ordentlichen Definition. Wer sagt einem denn, was „kredibil“ ist und was nicht?“ Wenn so einer so auf kredibil schimpft, ist kredibil natürlich für die wahrhaft kredibilen Leute nicht mehr kredibil. Oder doch gerade?

Kommentare (24)

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  1. Wer über kredibil schimpft wie ein Rohrspatz, der sollte vielleicht zuerst mal lernen, das von dass zu unterscheiden und dann der Etymologie des Adjektovs nachgehen oder einfach ein Englischwörterbuch konsukonsultieren. Dann wäre er vielleicht eher kredibil statt debil 😉

  2. Interessant. Hier stößt man also drauf wenn man das Wort kredibil sucht 🙂

    Fifa 13 : Song von Kraftklub: Eure Mädchen

  3. Völliger Quatsch!
    Es ist auch von Sascha nie eine Neuschöpfung gewesen, sondern ein bloßer Fehler, denn das Wort „kredibel“ mit „e“ in der Endsilbe existiert längst und bedeutet „glaubwürdig“. (Recherche gibt Auskunft!)
    Abgeleitet davon gilt „Kredibilität“ (Glaubwürdigkeit).
    Die Tatsache, daß alles Unglaubliche / Unfassbare im Englischen mit „incredible“, bzw. im Französichen mit „incroyable“ bezeichnet wird, sollte dem selbstdenkenden Leser zusätzlich zeigen, dass da nichts neuerfunden wurde.

    Fazit: Alter Hut mit Rechtschreibfehler.
    Fantasieworte sind häufiger althergebrachte Vokabeln die mit einem oder mehr veränderten Buchstaben aufgepeppt wurden. Das könnte man als Nicht-Spießer auch hier mal durchgehen lassen.

  4. im neuen kraftklub song kommt’s vermehrt vor, sprich im refrain:
    http://www.myvideo.de/watch/8378149/Kraftklub_Eure_Maedchen

    ist halt so ein hip hop ding, die amis labern immer von „street credibilty“ und das wurde halt eingedeutscht. mir fällt das immer negativ auf, wenn’s auf deutsch benutzt wird

  5. Authentizität – vom Betrachter als glaubwürdig anerkannt, unverfälschtheit, echtheit

    daher bin ich mir der Bedeutung sicher.

    Kredibilität – Kre·di·bi·li·tät, kein Plural
    Lautschrift – [kʀedibiliˈtɛːt]
    Bedeutungen – Eigenschaft einer Person, übertriebene
    Selbstdarstellung, falsch

    beispielsatz: soziales Engagement mit kredibler Attitüde

    Im schwedischen bedeuted Kredibel soviel wie „solide“,

  6. kredibil = glaubwürdig
    Mal abgesehen von dem Hinweis ganz oben, dass Sasha das Wort schon in den 90ern verwendet hat, hätte ich jetzt mal angenommen, dass es sich um einen Szene-Begriff der HipHop-Sparte handelt. Zumindest habe ich ihn noch aus keiner anderen Richtung gehört.

    Und wenn jemand diesen (Pseudo-)Begriff nun benutzt um eloquent (haha) zu wirken lässt das schon tief blicken. Ich benutze das Wort zwar auch, aber grundsätzlich nur wenn ich mit jemandem über ein dazu passendes Thema rede und stets mit einem leicht ironischen Unterton 😉

  7. bin durch den song:

    „kollegah – diese rapper“
    auf kredibil gekommen, er sagt nämlich:
    „diese rapper sind nicht real, die bitches sind nicht wirklich kredibil“

    hmm also kredibil würde ich nicht benutzen um wortgewandt zu erscheinen.
    warum nicht glaubwürdig sagen, wenn man auch glaubwürdig meint?
    nein es muss ja neuerdings KREDIBIL sein!

  8. und genau darum geht es ja in einem Lied das man sich seine eigene definition zurecht legen kann………..

  9. wenn kredibil wirklich „glaubwürdig“ heissen sollte und vom Englischen crebible hergeleitet wurde bzw. eingedeutscht wurde, müsste das Gegenteil davon ja unkredibil, akredibil, dekredibil oder irgendwas dergleichen sein und zumindest ab und an mal auftauchen. Leider hab ich von einem Gegenteil von kredibil noch nie etwas gehört. Aus diesem Grund bin ich auf meine obige Formulierung gekommen. Sollte man in dem ganzen Wirrwar auch mal drüber nachdenken *zwinker*. Vorallem jene die darauf pochen das es die „Glaubwürdigkeit“ von etwas oder jemandem beschreibt. Ich hatte geschrieben das ich mir nicht anmaße zu behaupten meine Deffinition sei die richtige, aber einfach zu sagen –> Eingedeutscht –> kommt von credible –> is halt so, erscheint mir eher die Aussage von Leuten zu sein die es sich bei allem einfach machen wollen. Und…um nochmal auf den Herrn W zusprechen zu kommen…bezieht das Wort nicht nur darauf das er es als einziger im Übermaße benutzt…kein Mensch ist unfehlbar…auch er nicht. Und so wenig aussagekräftiges das es über dieses Wort gibt, kann man wohl auch annehmen das er sich evtll auch seine eigene Deffinition zurecht gelegt hat.

    Herzlichst,
    DaSira

  10. Also ich habe das Wort mittlerweile auch schon ein paar mal gehört, aber wirklich ausschließlich in der Musikszene. Deshalb glaube ich das Da Sira Recht hat mit seiner Vermutung mit der kleinen Außnahme, dass er seine Definition verdreht hat.
    Es muss heißen: Kredibilität tituliert eigentlich das Vorhandensein eigenen Stils.
    Das deckt sich auch mit Aussagen von Sasha, W, und zb. Rapper Sammy Deluxe.
    Im Sprachgebrauch der Englischen Musikszene wird an dieser stelle „real“ benutzt anstatt credible. SIehe auch: „keep it real“

  11. ach, das ist ja schön zu lesen, was der W für „Diskusionen“ auslöst…. Ich sollt mir dann auch mal langsam seine CD holen oder?! Krieg ja nix mehr mit! Ich habe das Wort letztens irgendwo gehört und im Duden steht es so nicht, ich denke das ist Umgangssprachlig „eingedeutscht“ von Kredit = glaubwürdig, also laut Duden eigentlich ein Unwort. Ich persönlich halte nicht allzu viel von Fremdwort Benutzung…. Mich schmeißt es ja weg, wenn jetzt mittlerweile mitten im Fußballspiel von lamentieren gesprochen wird!! Vielleicht spricht der Reporter in Zukunft vom eloquenten Schiedsrichter und brilliantem Apercu des Spielers…
    Sorry!
    Die Onkelz fand ich aber gut… Der W lacht sich bestimmt eins ins Fäustchen…..! So ein Schlingel :- )

  12. ich denke nicht dass der w, wie da sira es meint, sich ein eigentor geschossen hat. er weiß ganz genau was er sagt, schreibt, bzw singt. gerade durch seine eloquenz wird er wohl kaum die „falschen“ wörter benutzen. er weiß was er tut 😉
    aber was kredibil jetzt bedeutet weiß ich immernoch nicht 😀
    denn soweit ich weiß, heißt kredibel glaubwürdig. oder?

  13. Ich bin ebenfalls der Meinung das kredibil glaubwürdig entspricht. Einerseits liegt das wegen dem englischen Wort credible nahe, und würde es zu der Aussage aus Stephan Weidners Text passen.

  14. schön wie die kommentare durch pseudointellektualität und weltfremder wahrnehmung bestechen 😀

  15. Was soll er auch sonst meinen. Alle anderen Bedeutungen sind quatsch. incredible=unglaublich credible=glaubwürdig, eingedeutsch => kredibil. Siehe auch Kreditgeber/Gläubiger.

  16. Ich denke, dass Stephan mit diesem Wort einfach nur „glaubwürdig“ meint. Unspektakulär, aber naheliegend. 😉

    Gruß
    David

  17. uijuijui…^^

    sollte da sira wirklich recht haben, dann hat der geehrte herr weidner tatsächlich mal ein eigentor geschossen… ( ich hoffe ja mal nicht das er nun so denkt, aba bin mir ziemlich sicher, dass er weiß was er sagt der W, auch wenn ich es leider nicht so wirklich weiß 😉 )

    aufjedenfall bin ich dank diesem blog hier nun etwas schlauer was dieses wort betrifft….oder doch nur noch verwirrter??

    ich weiß es nicht…^^

  18. So 🙂

    Da ich mich ne Zeitlang mit dem Wort auseinandergesetzt hab bin ich persönlich zu dem Entschluss gekommen das es für dieses Wort „Kredibil“ eigentlich, unter der Fülle der Deffinitionen, nur eine logische geben könnte oder gibt.

    Kredibil
    kommt ursprünglich aus der Musikszene und bedeutet vom Grundsatz her nichts anderes als den Medien hörig zu sein. Seinen Stil dem allgemein Vorherrschenden anpassen und Musikalisch zu machen was die breite Masse möchte. Heute wird der Begriff für Menschen verwendet die Ihr Sagen und Denken dem der breiten Masse anpassen um von Ihr nicht erdrückt zu werden. Kredibilität tituliert eigentlich das Nichtvorhandensein eigenen Stils.

    Diese Deffinition wurde von mir so verfasst. Daher möchte ich nicht behaupten das es die richtige ist.Jedoch find ich sie so recht logisch da das Wort nicht nur von Herrn W ( auch wenn er sich dadurch evtll ein Eigentor geschossen hat ) benutzt wurde/wird sondern vorher schon von vielen Bands.
    Sollte es irgendwann man einen Großkopferten geben der diese Deffinition für richtig erachtet und in den Duden aufnimmt, bitte…auf jegweilige Rechte wird meinerseits gepfiffen.

    Herzlichst,
    Da Sira

  19. Mir ist das Wort „kredibil“ auch nur durch ein Lied von „Der W“, der ja auch in seinen Liedern (oder früher bei den „Böhsen Onkelz“) viele Fremdwörter benutzt. „Eloquent und Kredibil“ lautet der Satz in dem eben dieses Wort vorkommt. Mit dem Wort „Eloquent“ hat der Johannes schon Recht… Aber mit Kredibil… Na ich weiss nicht…

  20. der W hat in seinem Song eine Textzeile: eloquent und kredibil….nun was soll das heißen…meine Übersetzung:
    wortgewandt und glaubwürdig

    Viele Grüße

  21. Merci vielmals. Da wär‘ ich alleine nie drauf gekommen.

  22. Durch das neue Album vom Weidner 🙂 der benutzt ja gerne mal ausgeklügelte Worte und da ich auch gerne verstehen möchte was ich höre hab ich mal gegoogelt!

    mfg

  23. Könnte vielleicht einer der etwa zwei Dutzend Leser pro Tag, die seit kurzem durch die Suchanfrage „kredibil“ auf diese Seite gelangen, einmal kurz erläutern, wie er darauf gekommen ist, nach diesem Wort zu suchen? Irgendein neuer Song, ein Spruch von Dieter Bohlen, ein Brief eines Vorstandsvorsitzenden an alle seine Mitarbeiter oder etwas ganz anderes – aber so ganz zufällig kann eine Verdutzendfachung der Such-Aktivität zu diesem Begriff jedenfalls nicht sein.

  24. Ich habe nichts gegen lateinische Wörter, die das Deutsche ursprünglich nicht übernommen hatte, wohl aber das Französische oder heute eher Englische, denn für solche Fremdwörter gibt es eine lange Tradition der eindeutschenden Schreibweise, so dass sie nicht so fremd wirken wie nicht auf romanische Wurzeln zurückgeführte/rückführbare Wörter aus diesen beiden Sprachen. Dass diese Eindeutschung manchen Probleme bereitet, zeigt sich hier, denn natürlich wird aus dem englischen „credible“ das deutsche „kredibel“ und nicht „kredibil“. Im vorliegenden Fall führt der Fremdwörterduden das Wort sogar als veraltet und (noch) nicht als neuere Erscheinung im Sprachgebrauch von Menschen eines (pseudo-)englischen Umfelds, denen das geläufigere deutsche Wort nicht schnell genug einfällt.