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vonDetlef Guertler 12.02.2008

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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In der Parallelgesellschaft Blogosphäre kabbeln sich Blogpapst Niggemeier und Pradido Broder über so interessante Fragen wie jene, ob man am Fasten teilnimmt, wenn man am Fastenbrechen-Abendessen teilnimmt, ob man 2007 schreiben darf, wenn man 2006 meinen müsste, und wer von beiden den ekligeren Fanclub hat, während die Kommentatoren mal für den klotzigen Grobian und mal für den keilenden Korinthenkacker Partei ergreifen, vor allem aber natürlich gegen.

Erstaunlich, dass noch kein Broder-Anhänger dem Niggemeier unterstellt hat, dass er der ethnischen Säuberung das Wort rede, weil er in einem Text über den neuen NDR-Intendanten Lutz Marmor diesen als „Reinländer“ bezeichnet hat. Wenn dem Broder das Wort Reinland in die Tastatur flösse, könnte man ziemlich sicher davon ausgehen, dass er gerade die frühzeitige Töpfchendressur in DDR-Kinderkrippen als Ursache für ostdeutsche Untertanenmentalität bezeichnet oder eine gerade Linie von Kehrwoche über Mülltrennung bis zum Antiamerikanismus zieht.

Und wenn wir mal ehrlich sind, wäre Reinland sogar ein ziemlich großartiger Begriff für spießbürgerliche Sauberkeitsgesellschaften.

Aber weil dem Niggemeier diese Art von Sarkastismus völlig fremd ist, hat er sich bestimmt einfach nur verschrieben…

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