Archive for Februar 13th, 2008

13.02.2008 von Detlef Guertler
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Erschütterungsdynamik

von Detlef Guertler

Okay, Steinbrück, diesmal gilt’s. Wir erkennen hiermit die “Erschütterungsdynamik” als ihre höchsteigene Wortschöpfung an. Niemand vor Ihnen kam auf die Idee, bei einem möglichen Zusammenbruch der Skandalbank IKB eine Erschütterungsdynamik zu prophezeien. Diese zu vermeiden, ist Ihnen jetzt erst mal eine Milliarde Steuer-Euro wert (und glauben Sie bloß nicht, damit wäre die Sache ausgestanden).

Nur mal so gefragt: Wenn wir schon vorher Ihre Wortschöpfung anerkannt hätten, zum Beispiel

- im Dezember 2005, als Sie in einem Interview des Manager-Magazins sagten, ein Topmanager müsse darauf achten, wo eine Gesellschaft hindrifte und “welche Erschütterungsdynamik, welcher Vertrauensverlust auch durch die öffentliche Rede ausgelöst werden kann”, oder

- im Juni 2007, als Sie wiederum dem Manager-Magazin anvertrauten, in der Großen Koalition sei “keine Erschütterungsdynamik” erkennbar, oder

- im Dezember 2006, als Sie bei einer Pressekonferenz munkelten, dass von verstärkten Engagements von Hedgefonds “auch eine… weiter lesen

13.02.2008 von Detlef Guertler
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Banken-Tsunami

von Detlef Guertler

Echt nicht, werter KfW-Verwaltungsrat Jürgen Koppelin. Wenn Sie heute die IKB immer noch nicht in ihre wohl verdiente Pleite verabschieden wollen, sollten Sie sich bitte nicht wie im Gespräch mit der FTD damit herausreden, dass Sie damit einen Banken-Tsunami verhindern. Es handelt sich möglicherweise um den altbekannten Domino-Effekt, vielleicht auch um einen systemischen Zusammenbruch, und wenn man einen Vergleich mit Natur- und sonstigen Katastrophen anbringen möchte, dann passt bestimmt am besten der mit einem Blackout – also dem Zusammenbruch der kompletten Stromversorgung, weil an einer Stelle ein Kraftwerk, eine Hochspannungsleitung, eine Mittelstandsbank ausfällt.

Aber bitte nicht den Tsunami-Vergleich: Sie, werter Herr Koppelin, und Ihre Mit-Kontrolleure und das gesamte KfW-Management und der IKB-Aufsichtsrat und was weiß ich wer sonst noch alles beteiligt ist, Sie sitzen seit Juli 2007 auf einer viele Milliarden Euro schweren Stinkbombe, die heute noch genau so aussieht wie damals – oder hat Ihnen jemand die… weiter lesen

13.02.2008 von Detlef Guertler
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Munibond

von Detlef Guertler

Herzlich willkommen zur nächsten Runde im globalen Kreditkrisenspiel! Wieder mal beginnt es in den USA, wieder in einem neuen Marktsegment, und wieder werden wir ein paar Abkürzungen kennen lernen, von denen wir nie dachten, dass sie uns einmal betreffen könnten. Sie heißen TOB, VRDO und ARS, und sie alle spielen mit im großen Geschäft mit US-Kommunalanleihen, den Munibonds. Aber der Reihe nach.

Gestern und vorgestern sind erstmals in der Geschichte eine große Zahl von Munibond-Auktionen gescheitert. Laut Reuters handelt es sich dabei um Papiere im Nennwert von mehr als fünf Milliarden Dollar, für die sich die betroffenen Kommunen und öffentlichen Körperschaften jetzt andere Finanzierungswege suchen müssen. Es handelte sich jeweils um ARS (Auction Rate Securities), also länger laufende Anleihen, bei denen der Zinssatz aber für jeweils relativ kurze Zeiträume im Auktionsverfahren festgelegt wird. Normalerweise führt bei solchen Auktionen eine geringere Nachfrage von Interessenten zu einem höheren… weiter lesen