Banken-Tsunami
von Detlef GuertlerEcht nicht, werter KfW-Verwaltungsrat Jürgen Koppelin. Wenn Sie heute die IKB immer noch nicht in ihre wohl verdiente Pleite verabschieden wollen, sollten Sie sich bitte nicht wie im Gespräch mit der FTD damit herausreden, dass Sie damit einen Banken-Tsunami verhindern. Es handelt sich möglicherweise um den altbekannten Domino-Effekt, vielleicht auch um einen systemischen Zusammenbruch, und wenn man einen Vergleich mit Natur- und sonstigen Katastrophen anbringen möchte, dann passt bestimmt am besten der mit einem Blackout – also dem Zusammenbruch der kompletten Stromversorgung, weil an einer Stelle ein Kraftwerk, eine Hochspannungsleitung, eine Mittelstandsbank ausfällt.
Aber bitte nicht den Tsunami-Vergleich: Sie, werter Herr Koppelin, und Ihre Mit-Kontrolleure und das gesamte KfW-Management und der IKB-Aufsichtsrat und was weiß ich wer sonst noch alles beteiligt ist, Sie sitzen seit Juli 2007 auf einer viele Milliarden Euro schweren Stinkbombe, die heute noch genau so aussieht wie damals – oder hat Ihnen jemand die “Wert”-Papiere abgekauft, die damals in den IKB-Schattenhaushalten lagerten? Natürlich nicht. Sie und Ihresgleichen haben nur ein halbes Jahr lang nicht begriffen, wie sehr diese Bombe stinkt. Und vermutlich haben Sie es auch immer noch nicht begriffen. Sie haben vielleicht das GEFÜHL, dass Sie und das Finanzsystem von einer Welle überrollt werden, die die ganze Zeit noch nicht da war, aber dieses Gefühl trügt Sie eben, denn die Welle ist schon die ganze Zeit über Ihnen, Sie haben es nur nicht gemerkt. Von einem Tsunami kann man an den Aktienmärkten reden (wie der Wortist), auch an den Anleihemärkten (wie Ackermann), aber nicht bei der IKB-Bilanz.
Wenn Ihnen das Bild mit dem Stromausfall nicht gefällt, nehmen Sie das mit der Blutvergiftung: Eine vermeintlich kleine Wunde irgendwo am Körper der KfW kann zum Tode führen, wenn dabei eine Infektion entsteht, die sich bis zum Herzen ausbreitet. Leider ist für Ihren Fall noch kein Antibiotikum vorhanden, Sie müssen also schneiden. Im Juli hätten Sie ihre KfW noch retten können, indem Sie einen Finger amputieren. Ende 2007 hätte es schon ein ganzer Arm sein müssen. Und jetzt reicht auch das möglicherweise nicht mehr aus.
Wie viel Blut von Spendern braucht man eigentlich, um eine Blutvergiftung ohne Antibiotikum zu heilen?
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wie kann man nur so schreiben, ohne sich vorher kundig gemacht zu machen. Es ist bekannt und auch nachlesebar, dass ich fast allein kritisch von Beginn an bei der KfW fast allein einen Kampf vor totale Aufklärung über die Zustände bei der IKB geführt habe.
Wer hat eigentlich allein 2001 massiv dagegen gekämpft, dass sich die KfW bei der IKB beteiligt? Es war die FDP und ich auch persönlich. Aber rot-grün und der damalige Finanzminister Eichel wußten es besser. Rot-Grün hat uns eine Suppe eingebrockt, die es jetzt gilt auszulöffeln.
Diejenigen anmisten, die seit langem Aufkärung fordern und auch Beiträge dazu geliefert haben, ist peinlich.
Jürgen Koppelin MdB
Prima, Herr Koppelin, dass Sie sich hier so vehement in Sachen KfW äußern. Hätten Sie das in den vergangenen Monate auch an anderer Stelle getan, beispielsweise auf Ihrer eigenen Webseite (http://www.juergen-koppelin.de), wäre es natürlich noch primaer gewesen.
Ich gebe zu, ich hätte aufmerksam werden müssen, als Sie am 11. Dezember die wohl kürzeste Presseerklärung Ihrer parlamentarischen Laufbahn veröffentlichten. Im Gesamt-Text: “Die vom Sprecher des BMF gemachten Aussagen über den Ablauf der KfW-Verwaltungsratssitzung sind so nicht zutreffend.” Aber das ist mir leider durchgerutscht.
Sollten Sie irgendwo schon mal den Rücktritt von Ingrid Matthäus-Maier gefordert haben, würde ich mich über einen entsprechenden Link freuen.
Ingrid MM, Ex-FDP. Aber das ist wohl Zufall
und die Erwähnung pol(yph)emisch)