Archive for März, 2008

30.03.2008 von Detlef Guertler
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ubs

von Detlef Guertler

Manchmal braucht man gar keine “Aktion Lebendiges Deutsch”, um für einen hierzulande gebräuchlichen englischen Begriff einen passenden deutschen Ersatz zu finden. Manchmal reicht schon die Nachrichtenlage. Die zeigt nämlich, dass der klein geschriebene Name einer einstmals super- und heute eher ohnmächtigen Schweizer Großbank eine wunderbare Übersetzung für das englische “oops” sein könnte, das man verwendet, wenn einem ein Missgeschick passiert.

30.03.2008 von Detlef Guertler
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Schäuble-Hacker

von Detlef Guertler

aus dem Allgäu von Wolfgang Wilhelm

Der Empörungsverzicht geht weiter. Außer beim Hassprediger und Bundesstasiminister »Wolfgang Schäuble« (was kann ich dafür, dass er den selben Vornamen wie ich träge, äh fährt?). Jetzt droht er den Schäuble-Hackern (Ez., Nom. Schäuble-Hacker) mit juristischen Schritten. Wer die Verbindung von Schäuble zur DDR noch nicht gefunden hat, der hat sie jetzt.

Übrigens: Sicherheit, die auf Geheimhaltung beruht, die kann nicht wirklich sicher sein. Vielleicht macht Hoffnung, dass der Schäuble’sche Unsinn in 40 Jahren zu Fall gebracht wird? Vielleicht klingt diese lange Zeit aber auch nur zynisch: Den Mitgliedern des “Chaos Computer Clubs” wünsche ich jedenfalls ein angenehmeres Leben, als ihren Kollegen in der ach so demokratischen Respublik zwischen Ostsee und dem Erzgebirge.

30.03.2008 von Detlef Guertler
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Spottzinsen

von Detlef Guertler

Ein hübsches Wort, das mein Welt-Kolumnistenkollege und Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter (der immerhin meinen Rat befolgt und das Jammern aufgegeben hat) heute verwendet: “Die Ursache der jetzigen Probleme an den Finanzmärkten ist vielmehr die überreichliche und zu lange anhaltende Liquiditätsschaffung zu Spottzinsen durch die amerikanische Zentralbank und die nachfolgende Geldschöpfung durch Dollar-Käufe anderer Zentralbanken, die die Aufwertung ihrer Landeswährungen zu vermeiden versuchten.”
Seine Analyse ist allerdings nicht so ganz treffend. Denn es waren nicht so sehr Spott-Zinsen, sondern eher Spott-Sicherheiten und Spott-Ratings, die zur Subprime-Krise führten – und damit zu Spott-Märkten, auf denen Giftmüll in Geschenkpapier verpackt als Qualitätsprodukt verkauft wurde.
Und das dahinter liegende Problem, von Walter nur zart angedeutet, ist auch bislang ungelöst: die merkantilistische Grundeinstellung von Export-Champions wie China, Japan, Korea und Deutschland, die ihre Produktion lieber ins Ausland verkaufen, um auf einem Sack voll Zahlungsbilanzüberschüssen sitzen zu können, als sie selbst… weiter lesen

29.03.2008 von Detlef Guertler
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Empörungsverzicht

von Detlef Guertler

aus dem Allgäu von Wolfgang Wilhelm

Man muss ja nicht unbedingt so vom Transrapid träumen, wie es Detlef Gürtler und Wolf Lotter einstens getan hatten.
So hätte ich für meinen Teil für das selbe Geld gerne eine direkte ICE-Neubaustrecke zum Flughafen nebst großzügigem Umbau des Münchner Hauptbahnhofs gehabt. Mit 14 Minuten würde der ICE keine 5 Minuten länger brauchen als die Magnetschwebebahn – nur mit dem Unterschied, dass man von außerhalb nicht am Hauptbahnhof umsteigen müsste (was diesen zeitlichen Nachteil relativieren würde). Hier und da, heute und morgen noch eine kleinere oder größere Investion. Und immer weiterdenkend: Morgen der Lückenschluss bis Ingolstadt, übermorgen die verbesserte Verbindung nach Österreich und auch Richtung Prag wird man sich bald darauf auf neue Strecken freuen dürfen. Protagonistisch denkend gewinnt so jede Seite (München, sein Umland, Ostbayern, …) auf seine Art. München ist beileibe nicht Paris, aber wenn sinnvoll mitdenkt und… weiter lesen

28.03.2008 von Detlef Guertler
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ranfragen

von Detlef Guertler

Wenn eine Anmache in Frageform daherkommt, kann man ja nicht von anfragen reden, das Wort ist schon belegt. Aber ranfragen geht gut – und zwar genau so wie David Pfeiffer es in der aktuellen Vanity Fair im Vorspann zum Barbara-Schöneberger-Interview verwendet:

“Ein Loft in Kreuzberg. Die Einrichtung ist auf hohem Niveau zusammengewürfelt. In der Ecke ein Tischchen aus einer dicken Baumscheibe mit knapp 30 krummen Beinen. Kunst? Gleich mal ranfragen: Was ist das? “Ein Tisch. Wonach sieht das für Sie aus?”"

27.03.2008 von Detlef Guertler
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Frühfrühling

von Detlef Guertler

von Christian Dombrowski:

Was haben wir eigentlich gerade für eine Jahreszeit?! Dem Kalender zufolge soll draußen ja Frühling sein … Andererseits habe ich gestern im Garten eine eingefrorene Nacktschnecke gefunden. Und am Wochenende hat es geschneit.

Die ersten Tage des Frühlings sind oft unbehaglich, nicht nur in diesem Jahr. Noch kein Gedanke an blühende Forsythien, austreibende Bäume, warme Luft – kein Frühling im Vollsinn. Aber was dann?

„Vorfrühling“ passt nicht. Das Wort ist vergeben für freundliche Tage im Spätwinter, für die Schneeglöckchenzeit. „Frühfrühling“ trifft es besser.

Es ist merkwürdig: Den „Frühsommer“ gibt’s, auch „Frühherbst“ ist geläufig, manchmal sogar „Frühwinter“. Nur für die erste Phase des frühen Frühjahrs haben wir kein Wort.

Schneeglöckchenzeit = Vorfrühling
Frühfrühling = der Beginn des kalendarischen Frühlings, häufig von noch winterlichem Gepräge

26.03.2008 von Detlef Guertler
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Moral Hazard

von Detlef Guertler

Können sich die Herren von der Aktion Lebendiges Deutsch vielleicht mal damit beschäftigen, eine griffige deutsche Übersetzung für Moral Hazard zu finden? Okay, das ist schwieriger als bei Blackout oder Call-Center, aber dafür ist der soziale und ökonomische Nutzen ungleich höher. Denn Moral Hazard (vor dem auch die Übersetzer kapitulieren), ist eine in vielen Gesellschaftsbereichen auftauchendes Verhalten, bei dem Einzelpersonen den eigenen Vorteil auf Kosten der Allgemeinheit suchen. Klassisch bei Versicherungen (mit Vollkaskoversicherung fahre ich riskanter als ohne, weil den möglichen Schaden ja die Versicherung bezahlt) und im Gesundheitswesen (immer rin in den Tomographen, die Kasse zahlt ja), derzeit aber besonders in der Diskussion an den Kapitalmärkten. So heute in Thomas Straubhaars Erwiderung auf meine Erwiderung auf seine Empörung über Ackermanns Hilferuf an den Staat:

“Die expansive Geldpolitik der US-Notenbank und das mit Schulden finanzierte Konjunkturprogramm der amerikanischen Regierung sind… weiter lesen

25.03.2008 von Detlef Guertler
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Boykottverzicht

von Detlef Guertler

gefunden von Polyphem:

Wenn deutsche Sportler nicht nicht zu den Olympischen Spielen in Peking fahren, üben sie Boykottverzicht, stellt die taz fest.

25.03.2008 von Detlef Guertler
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bedeutungshubern

von Detlef Guertler

Wir haben uns ja an dieser Stelle zuletzt und auch schon vor längerer Zeit sowohl kon- als destruktiv mit Klaus Jarchow beschäftigt. So etwas mag wie eine Privatfehde wirken, aber es hat wohl eher damit zu tun, dass eben dieser Jarchow eine äußerst beachtliche wortistische Produktivität an den Tag legt. Jüngster und deutlichster Beleg dafür: seine vorgestrige Auseinandersetzung mit FAZ-Schirrmacher, in der er gleich vier Wörter erfindet – bedeutungshubern, Hirnoffensive, ideologiestramm und viagrafähig.

Jetzt muss sich Jarchow nur noch seine Anführungszeichen-Marotte abgewöhnen. Wenn man, wie er, “FAZ-Hirnoffensive” in Gänsefüßchen setzt, sieht das aus wie ein Zitat – was es aber nicht ist, da die FAZ diesen Begriff nicht selbst verwendet hat (zumindest nicht laut Google, die Print-Ausgaben liegen mir nicht vor). Gemeint hat Jarchow aber statt der Zitat-Anführung wohl wieder einmal die Distanzierungs-Anführung, mit der er sich selbst wieder halb von seinen… weiter lesen

24.03.2008 von Detlef Guertler
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Eikampf

von Detlef Guertler

von Christian Dombrowski:
Das „Ostereiertitschen“ – bei dem bekanntlich zwei hartgekochte Ostereier mit den Spitzen gegeneinander geschlagen werden, bis die Schale des einen zerbricht – ließe sich kurz und bündig auch als „Eikampf“ apostrophieren. Ein weiteres Neuwort, das sich nach vollzogenem Eikampf automatisch aufdrängt, bislang aber noch kaum belegt ist, ist das Wort „Siegerei“.

Eikampf: so viel wie „Ostereiertitschen“
Siegerei, Sieger-Ei: das beim Eikampf unversehrt gebliebene Ei