fännen

von Detlef Guertler

Gerade eben ist jemand mit der Google-Suche “fanen Fußballfan” auf meiner Seite gelandet. Und als ich dem Treffer nachspürte, stellte ich fest, dass ich mich offensichtlich korrigieren muss. Denn vor bald zwei Jahren hatte Leser Kaishakunin (wo immer er inzwischen abgeblieben sein mag) fanen als Tätigkeitswort für den Fan vorgeschlagen, und ich hatte abgelehnt: “Der Fan muss nicht fanen können, weil er ja an sich passiv bleibt.”

Das ist so nicht ganz richtig, wie ich erst gestern wieder bemerken konnte, als meine Tochter noch schnell schnell vor dem Deutschlandspiel in ihrem Zimmer verschwand, um rechtzeitig vor dem Anpfiff in ihrem Michael-Ballack-Trikot auf dem Sofa aufzulaufen. Jegliche Form der fanmäßigen Vorbereitung auf ein sportliches oder musikalisches Ereignis, ob Fahne im Autofenster oder Malen eines “Ich will ein Kind von dir”-Plakats, ist eine Tätigkeit, die auch ein eigenes Tätigkeitswort verdient hat.

Aber doch bitte nicht fanen. Das sieht aus wie die falsch geschriebene Mehrzahl der Fahne und liest sich auch so – bis man vom Wortbild “fanen” zum gesprochenen “fännen” kommt, ist das erste Tor schon gefallen. Also: Ob beim nächsten EM-Spiel oder vor dem nächsten Tokio-Hotel-Konzert – nun fännt mal schön.


3 Kommentare zu "fännen"

  1. Mein Beitrag zum “Fännen”, aus einem Deutsch-Forum:

    http://www.uni-protokolle.de/foren/viewtopic.php?p=1529610#1529610

  2. ..ich weiss nicht, ob sich das um ein eher lokales Phänomen (oder vielleicht : ‘Fänomen’ ) handelt, aber hier, im Raum Zürich zumindest, ist ‘fänen’ schon längst ein Teil des Alltagswortschatzes, und zwar, wenn ich mich nicht irre, bereits seit Jahrzehnten.

  3. Pingback: links for 2009-03-30 | Du Gehst Niemals Allein

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