Interessante Frage im Bremer Sprachblog: Soll man die vier Herren von der Aktion lebendiges Deutsch nun “Aktionäre” nennen, wie es Anatol Stefanowitsch praktiziert, oder doch eher “Aktionisten”, wie von Leser Ma vorgeschlagen?
Mit gefällt beides nicht: Beim Aktionär sehe ich nicht die Aktion, sondern die Aktie vor mir, und beim Aktionisten eher Baumumarmer, Tierschützer und Hausbesetzer als vier ältere Herren in Sorge um die deutsche Sprache. Ich plädiere deshalb für die Renaissance, ‘tschuldigung, Wiedergeburt eines guten alten deutschen Wortes – des Aktionators. Dem Duden von heute ist er nicht mehr geläufig, aber Meyers Großes Konversationslexikon von 1905 kannte ihn noch:
Aktionator (neulat.), Kläger; Makler; aktionieren, gerichtlich belangen.
Natürlich ist es ein bisschen heikel, wenn man den Vorkämpfern gegen hässliche Anglizismen ein Etikett aufklebt, das in der guten alten Zeit als “neulateinisch” galt – aber die Verbindung mit dem Klagen bzw. dem Lostreten von Prozesslawinen passt doch großartig, oder?