Archive for Oktober 5th, 2008

05.10.2008 von Detlef Guertler
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geschmacksvolatil

von Detlef Guertler

Vor zwei Stunden und 28 Minuten hat Handelsblatt-Quotenblogger Thomas Knüwer geschrieben:

Übrigens finde ich das Wort “Zensur” geschmacksvolatil.

Und seitdem grüble ich darüber nach, was er damit meint. Google bietet keine Anhaltspunkte, bisher hat noch niemand jemals das Wort geschmacksvolatil verwendet. Volatil heißt so viel wie schwankend, veränderlich, unbeständig, was derzeit Bankaktien im allgemeinen und die der Commerzbank im besonderen sind, und um eben bei letzterer die Volatilität nicht noch weiter zu erhöhen, bzw. den Kurs und die Liquidität nicht noch weiter zu erniedrigen, hat die Handelsblatt-Chefredaktion an diesem Wochenende einen Blog-Beitrag von Prof. Harald Uhlig gelöscht.

Man kann sicherlich darüber streiten, ob es sich dabei um Zensur, Schere im Kopf, Kotau vor Anzeigenkunden, Staatsräson oder redaktionelle Sorgfaltspflicht handelte. Wenn die Gefahr eines Runs auf die Commerzbank nicht mehr besteht (oder der Run vorbei ist), ist sicherlich Gelegenheit, an diesem Fall ruhig und grundsätzlich zu diskutieren, was… weiter lesen

05.10.2008 von Detlef Guertler
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Das Gegenteil von Kredit

von Detlef Guertler

Noch ist nicht klar, ob an diesem Wochenende die Hypo Real Estate im Orkus landet und relevante Teile des deutschen, europäischen und globalen Bankensystems gleich mit, aber es ist höchste Zeit, sich zweier alter Herren zu erinnern, die schon Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben haben, wie das ist, wenn “der Kredit plötzlich aufhört”:

In einem Produktionssystem, wo der ganze Zusammenhang des Reproduktionsprozesses auf dem Kredit beruht, wenn da der Kredit plötzlich aufhört und nur noch bare Zahlung gilt, muß augenscheinlich eine Krise eintreten, ein gewaltsamer Andrang nach Zahlungsmitteln. Auf den ersten Blick stellt sich daher die ganze Krise nur als Kreditkrise und Geldkrise dar. Und in der Tat handelt es sich nur um die Konvertibilität der Wechsel in Geld. Aber diese Wechsel repräsentieren der Mehrzahl nach wirkliche Käufe und Verkäufe, deren das gesellschaftliche Bedürfnis weit überschreitende Ausdehnung schließlich der ganzen Krisis zugrunde liegt. Daneben aber stellt auch eineweiter lesen