Daxokratie

von Detlef Guertler

von A.S. Reyntjes

Der Münsteraner Autor Burkhard Spinnen erklärt sich und uns und denen, die es nicht lesen oder hören wollen (weil der Staat sich zum Vor-Zahler aufschwingt….), die K r a t i e des D a x e s, unter dem pseudoaufregenden Titel

“Revolution gegen die Daxokratie”.

(Google vermeldet das Neuwort für die WELT zweimal; zusätzlich einmal in einem Leserbrief des SZ.)

http://www.welt.de/welt_print/article2567700/Revolution-gegen-die-Daxokratie.html

Spinnen ist ein stilistischer und erzählerischer Fex.

Von ihm erschien in diesem Wunderherbst:
“Gut aufgestellt: Kleiner Phrasenführer durch die Wirtschaftssprache”. (In dem Religons&Wellness-Verlag Herder, Freiburg; zum Wohlfühlpreis von 7 Euro).

~

Als fabelhaft öko-faunische, grafische Beigabe der Dachs-DAX in satirischer Verkehrung, von Heiko Sakurai:

http://www.sakurai-cartoons.de/images/g_daxfegt.gif


2 Kommentare zu "Daxokratie"

  1. Ein höchst lesenswerter Text von Spinnen! Nur in einem Punkt muss ich ihm Unrecht geben. Spinnen schreibt:

    Dritte Frage: Was machen jetzt die Intellektuellen, die so vielen Revolutionen den Weg gewiesen oder zumindest die Argumente hinterher getragen haben? Antwort: Die tun nix! Die sind ratlos. Im “Kapital” haben sie lange nicht mehr gelesen, das war out. Und sie wissen auch: Säßen sie bei Anne Will, so hätten sie auch dann keine Chance gegen die Chefdenker der Banken, wenn der Dax unter Null gefallen wäre. Der Komplexität moderner Geldgeschäfte ist durch das traditionelle Sprechen über Moral, Menschenwürde etc. nicht beizukommen. Der Geldmarkt hat sich von den Menschen entfernt, und damit auch von der Sprache des Humanismus. Jeder Hacker könnte einem Banker besser Paroli bieten als ein Intellektueller.

    Es haben nie “die Intellektuellen” etwas getan, sondern immer nur einige Intellektuelle. So wie jetzt eben Burkhard Spinnen (den ich nicht nur deshalb sehr schätze, weil er vor fünf Jahren mein Buch “Vorbild Deutschland” ebenso kritisch wie wohlwollend besprochen hat), und auch dieses kleine Weblog bemüht sich seit einem Jahr redlich, etwas zu tun. Auch von einer strukturellen Unterlegenheit von Intellektuellen gegenüber Bankern kann keine Rede sein: Bisher haben noch alle Manager, ob von Banken oder von Industrieunternehmen, bei den Wills, Christiansens, Illners und Plasbergs kläglich versagt – dass sich viele Intellektuelle nicht besser anstellen, ist eine andere Geschichte. Und der “Komplexität moderner Geldgeschäfte” muss man nicht mit Moral oder Menschenwürde beikommen, die erledigt sich gerade von selber.

  2. Für Wortisten beobachtenswert:

    http://barbarawallraff.theatlantic.com/

    ( Guertler in Englisch, nur nicht gar so fleißig… 8-) )

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