dämonstrieren
von Detlef Guertler“Gelesen habe ich das noch nirgendwo”, schreibt Wortistik-Leser Jürgen Vielmeier über das ihm eingefallene Verb dämonstrieren. Und weiter: “Eine Google-Suche dazu ergibt 25 Treffer. Einige davon dürften Rechtschreibfehler sein. Ich finde, ein interessantes Wort, wenn man sich das einmal bildlich vorstellt.”
Stimmt eigentlich. Damals, Anfang der 80er Jahre, war ich auf einer Menge Friedens-Demonstrationen gegen den Doppelbeschluss zur Nato-Nachrüstung. Die Nato hingegen war offenbar der Meinung, dass der Doppelbeschlus so etwas wie eine Friedens-Dämonstration war, ähnlich wie Teddy Roosevelts Maxime: “Speak softly and carry a big stick.” Sehr effektiv. Und sehr dämonisch.
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Ist das die passende Illustration zum “starken Stück”?
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Tr-bigstick-cartoon.JPG
Und das sanfte Sprechen… ist die vorbereitende Leisetreterei zu diesem vorbereiteten Schlag?
Und zusammen ist es die passable Passung, äh, die dicke Keule des “think big or bigger”.
Das passt zu meiner Lieblingsdeutung, dass es eigentlich gar nicht “Demokratie” sondern “Dämokratie” heißt. Oder heißen müsste. Und nun ist die Tür offen, tretet alle ein: Dämoskopie (könnte aber auch eine Endoskopie bei teuflischen Bauchschmerzen sein), Dämografie (Goya?) – wer bietet mehr?
wenn wir von dämonstrieren sprechen kommen evtl auch weniger leute auf die idee, das demo von demolieren kommt.