Wikipediade
von Detlef GuertlerNoch nie wurde hier ein Neuwort aufgenommen, für das es bei Google bereits so viele Treffer gibt: nämlich mehr als 1,3 Millionen.
Was aber schlicht daran liegt, dass Google nicht zwischen wikipedia.de und Wikipediade unterscheiden kann. Okay, war bisher nicht nötig, weil es die Wikipediade noch gar nicht gab. Aber jetzt ist sie bei Stefan Niggemeier in den Kommentaren aufgetaucht, wo sie für den zu schweren Medienkrisen führenden Scherz verwendet wurde, dem neuen Wirtschaftsminister mit den vielen Vornamen in seinen Wikipedia-Eintrag noch einen “Wilhelm” einzuschieben (Bekennerbrief im Bildblog, Debatten eigentlich überall).
Natürlich ist die Wikipediade der Köpenickiade nachempfunden, die mit dem Schuster und dem Hauptmann. Ich mag statt der Wikipediade eigentlich das hier empfohlene Bügelbrett für solche vorsätzlich-frechen Wikipedia-Manipulationen lieber – aber weil der Vorschlager bei Herrn Niggemeier ein auch hier gerne und oft gesehener Zyklop ist, stelle ich die Wikipediade natürlich gerne zur Diskussion.
Kommentar schreiben
Ein Schreiberfix braucht, ohn’ sich zu sputen -
für einen „Wilhelm“ keine zwei Minuten.
BILD-Verschreiber treiben’s auch so weit
Für Sex, Blut und Busen- in derselben Zeit.
Ne press-gequälte BILDchen-Ratte
Bis dato stets zehn Schmierenfinger hatte,
Wie schnell saut nun die Fälscherhand?
Ob Nigge-, ob Meier: Tand, Tand als Schreiberpfand.
Yeah – Gott verzeiht oder vergisst oder geht mit Päpstlein in die Knie!
- Ätsch – ein Wikipedia-Django vergibt nie!
tuxman hat heute morgen “spontan beschlossen, auch mal zu versuchen, eine Phrase zur Umschreibung eines Sachverhalts zu etablieren. “Einen Wilhelm bauen” scheint mir recht geeignet zu sein, da es dieser Tage eine verbreitete Beschäftigung zu sein scheint, und es ist auch offenbar noch nicht anderweitig belegt.
Vorgeschlagener Sachverhalt:
Einen Wilhelm bauen = unwahre Dinge ungeprüft aus dem Internet abschreiben und dies erst später bemerken.
http://tuxman.bplaced.net/wordpress/?p=513
Beim Niggemeier kam das gut an:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kevin-wilhelm-kuranyi/#comment-67706
Ich vermute zwar, dass der Wilhelm-Wirbel zu schnell wieder abflaut, um einen Nachhall in der Sprache zu hinterlassen, aber man darf mich gern vom Gegenteil überzeugen.
Pingback: Hirnfick 2.0 » Blogarchiv » Oh, ein Internet-Manifest (recht zynischer Text, wenig bis gar nicht konstruktiv, bitte daher um freundliche Beachtung)!