09.04.2009 von Detlef Guertler
Super! Deutschland wird wieder Benchmark – und sogar der sonst so nölige Spiegel hat’s gemerkt. “Vorbild Deutschland. Obama macht Abwrackprämie zur Chefsache”, heißt es dort heute, und es wird nicht mehr lange dauern, bis auch in den USA alte Spritfresser mit Staatshilfe durch neue Spritfresserchen ersetzt werden.
Aber weil das ganze noch ein wenig umstritten ist, beginnt in den USA gerade eine Abwrackdebatte, und spiegel.de hat sie als erste auf diesen Begriff gebracht.
Ach ja: Andere haben schon ein paar Jahre früher bemerkt, dass Deutschland vorbildlich sein könnte…
07.04.2009 von Detlef Guertler
Mit Alex im Café, also natürlich nicht im Café, sondern vor dem Café, wenn man sich schon mal nach draußen setzen kann, macht man das natürlich auch. Den Keks zum Tee isst Alex aber nicht mehr wie früher selbst, den bekommt jetzt, in kleine Stücke gebrochen, Enzo, ein ziemlich halbstarker Welsh Corgi Pembroke. Auch wenn der Hund noch ziemlich neu ist, und das alles ganz schön aufregend, zumal zum Haushalt auch zwei Katzen gehören, schaffen wir es doch, nicht NUR über Hunde zu reden.
Als wir gehen, liegen noch zwei kleine Keksstücke auf Alex’ Untertasse. “Sind die nicht auch für Enzo?” – “Eben gerade nicht. Er muss lernen, nicht nach jedem Bissen zu schnappen, der irgendwo rumliegt. Mit einem jungen Hund ist man ja nicht nur erziehungsberechtigt, sondern auch erziehungsverpflichtet.”
Auch wenn bei Google auf jeden Treffer für erziehungsverpflichtet (68) ziemlich genau hundert für weiter lesen
06.04.2009 von Detlef Guertler
In seinem ziemlich brillanten Vortrag auf der re:publica-Konferenz stellt Peter Glaser sich und uns unter anderem die Frage,
was eigentlich freie Meinungsäußerung bedeutet, wenn sie plötzlich tatsächlich stattfindet – nicht mehr nur handverlesen auf Leserbriefseiten oder in repräsentativen Debatten, an denen ein paar ausgewählte Talkgäste teilnehmen, sondern wenn plötzlich haufenweise und ungebremst drauflosgemeint wird. In Kommentarfächern und Foren wird etwas Neues erlebbar, etwas Schönes und Schauerliches, nämlich die unrasierten und ungewaschenen Formen von Meinungsäußerung.
Netterweise hat er den Vortragstext in seinem Blog untergebracht, so dass auch Nicht-Konferenzteilnehmer sich diese und andere Fragen stellen können.
Klaus Jarchow wiederum nimmt diesen Text als Beleg gegen die Blogverächter,
die da meinen, dass Blogs nichts zu sagen hätten, und ästhetisch über eine literarische Schwundstufe nicht hinauswachsen könnten.
Eine etwas überzogene These. Den der Glaser-Text war ja gerade eben nicht so drauflosgebloggt, sondern in einem anderen Umfeld und anderem Kontext entstanden. … weiter lesen
05.04.2009 von Detlef Guertler
Klaus Bölling im aktuellen Focus (via turi2):
Michel Friedman gehört zu der Spezies von Journalisten, die es in allen Fragen besser weiß als die Politiker. Mich stört diese Arroganz, dieses Oberschiedsrichterhafte.
Und während das Oberlehrerhafte sowohl in Deutschland als auch in der deutschen Sprache weit verbreitet ist, war das Oberschiedsrichterhafte bislang völlig unbekannt. Mit dem Oberlehrerhaften gemeinsam hat es das unhinterfragbare Besserwissen, unterscheidet sich von jenem aber durch das Fehlen jeglichen pädagogischen Ansatzes. Ein Oberlehrer will durch sein Besserwissen belehren – ein Oberschiedsrichter durch sein Besserwissen entscheiden. Vermutlich ist dieses Oberschiedsrichterhafte außer in der Berufsgruppe der Schiedsrichter einzig noch in der der Journalisten verbreitet. Wobei Schiedsrichter diese Eigenschaft zurecht vor sich hertragen, Journalisten hingegen zu unrecht.
Außer mir natürlich…
04.04.2009 von Detlef Guertler
Erstaunlicherweise hat es die Aktion Lebendiges Deutsch noch nicht für nötig befunden, für das Navi (dessen Herkunft noch immer der Erforschung harrt) eine Eindeutschung zu finden. Aber falls doch, könnte dabei, der bisherigen Performance jener Aktion entsprechend, gut und gerne ein Wegling die Lösung sein. Der wäre dann allerdings nicht völlig neu, sondern ist erstmals im April-Heft der Mitarbeiterzeitschrift von PwC Deutschland aufgetaucht, erfunden von der hier bereits mehrfach gewürdigten Corinna Freudig.
Freudig hat den Wegling allerdings nicht wirklich ernst gemeint. Anderen wäre das auch anders zuzutrauen.
01.04.2009 von Detlef Guertler
Gestern habe ich dieses Wort das erste Mal gehört – am Rande der GDI-Trendkonferenz von einem Marketing-Menschen eines Food-Konzerns, der sich darüber beschwerte, dass der Handel ihnen gleich hässliche Listungs- und andere Gebühren abknöpfen will, wenn sie eine Innovationen für eine Nischen-Zielgruppe ins Regal bringen wollen, während Kleinunternehmen, die mit so etwas Nischigem ankommen, schon mal einfach so ins Sortiment genommen werden. Ob das so stimmt, kann ich nicht beurteilen (und wenn: wäre es nicht geradezu als Starthilfe für Existenzgründer sympathisch?), aber nischig gefällt mir.
Und nicht nur mir. Auf der Webseite Verloren in Fürth haben sie für dieses Wort auch gleich eine Definition mitgeliefert:
nischig – wohlig anmutendes Adjektiv von Nische, beschreibt Orte, die gut erscheinen, weil sie noch versteckt, rar, vielfältig, einmalig, abnorm …, eben nischig sind.
Im Massenkonsum-Zeitalter wäre nischig wohl kaum so sympathisch rübergekommen, sondern eher abfällig – damit beschäftigen sich halt… weiter lesen