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vonDetlef Guertler 16.05.2009

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Beim ersten Mal hatte ich gedacht, ich hätte mich verhört – oder Simonetta Carbonaras Deutsch nicht richtig verstanden. Aber als ich in ihrem Vortrag beim Hamburger Trendtag das Wort noch ein zweites Mal hörte, konnte es kein Zufall mehr sein: Sie sagte „Zuvielisation“, nicht Zivilisation.

Bei der Party am Abend fragte ich noch einmal nach. Natürlich, sie hatte Zuvielisation nicht nur gesagt, sondern auch gemeint. Ihre eigene Idee? Ja, sagte sie, aber nicht neu. So etwa, sie überlegte einen Moment, so etwa 1999 habe sie das Wort erstmals verwendet (zumindest für 2002 findet sich auch ein Beleg im Netz), es sei aber noch kaum aufgegriffen worden.

Möglicherweise nur, weil die Zeit damals noch nicht danach war. Aber auf dem Weg durch die Weltwirtschaftskrise müsste es eigentlich bald passieren, dass Massenkonsummüdigkeit cool wird und weniger mehr. Schön, wenn es dann schon Zuvielisationskritiker gibt.

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