11.08.2009 von Detlef Guertler
Spinnen, Mäuse, Leitern, Fahrstühle, Viren, Bakterien, Männer, Frauen, Mond und Sterne: Menschen können vor so ziemlich allem Angst haben. Vergleichsweise angstfrei ist hingegen das Verhältnis der Menschen zu den Monaten. Vereinzelt ist die Dezemberangst belegt (bei der es sich allerdings eher um eine Weihnachtsangst handeln dürfte), und Arthur Schopenhauer schrieb einmal von der Märzangst, bei der es allerdings nicht so sehr um den März an sich, als vielmehr um den März 1848 ging, dessen revolutionäre Umtriebe durchaus dem einen oder anderen Angst machen konnten.
Nur bei den Börsianern soll, wenn wir der FTD von heute oder der Wirtschaftswoche von vor drei Jahren glauben dürfen, Angst vor dem Monat September herrschen – weil er von allen Monaten derjenige ist, in dem sich statistisch die Börsenkurse am schlechtesten entwickeln. Die Statistiken, die dafür verwendet werden, gehen zwar mehr als 50 Jahre zurück, aber sooo… weiter lesen
07.08.2009 von Detlef Guertler
AS Reyntjes hat einen Neuwortvorschlag für mich. Nämlich “die „elenden Twitzbolde“, wie Medienblogger Stefan Niggemeier die sich unter Prominentennamen anmeldenden Twitterer beschreibt“.
Aber beim Twitter-Googeln stelle ich schnell fest, dass als Twitzbold in der Regel jemand gilt (bzw. sich als solcher bezeichnet), der via Twitter Witze macht.
Weshalb man das Wort wohl eher wörtlich nehmen und einen Twitter-Witz Twitz nennen sollte – was auf jeden Witz zuträfe, der sich in maximal 140 Zeichen aufschreiben lässt. Darauf hat die Twelt twahrhaft getwartet.
06.08.2009 von Detlef Guertler
Indikatoren zeigen etwas an. Manchmal steht vor ihnen das, was sie anzeigen (wie beim Konjunkturindikator), manchmal, wie sie es anzeigen (Früh- oder Spätindikator) und manchmal, woraus sie bestehen. Wie eben beim Kartoffelindikator. Den hat ökonomisch die FTD entdeckt: Weil sich in Russland in diesem Frühjahr der Saatkartoffel-Umsatz verdreifacht hat, muss die wirtschaftliche Lage grauenhaft sein – weil so viele Leute die Saatkartoffeln gekauft haben, um sie im eigenen Garten auszusäen, statt Rosen oder Flieder.
Chemisch allerdings haben ihn schon vor geraumer Zeit einige Schüler des Hainberg-Gymnasiums in Göttingen analysiert. Unsere Hauptfrage war: Gibt es weitere Indikatoren außer dem Radieschenindikator, die bis zu vier pH-Werte anzeigen?” schreiben sie. Ihre Antwort: “Es gibt mehrere Naturstoffindikatoren, die bis zu vier verschiedenen pH-Werte anzeigen können In unserem Fall wären das: Holunderindikator, Rosenblätterindikator, Radieschenindikator und Ligusterindikator. Keine guten Resultate erhielten wir bei: Malvenindikator, Weintraubenindikator, Blaue-Kartoffelindikator, Auberginenindikator und Alpenveilchenindikator.”
Schlechte Performance des… weiter lesen
04.08.2009 von Detlef Guertler
Nein, es handelt sich nicht um ein supergeheimes supergroßartiges Motoröl, mit dessen Hilfe Schumi die Ferraris wieder aufs Siegerpodest bringen soll (obwohl das Wort vereinzelt motorsportlich verwendet wird); sondern es handelt sich um die bislang nicht offengelegten offenen Positionen im Ölhandel für die US-Ölsorte WTI an der Londoner Derivatebörse ICE. Diese werden ab sofort genauso wie die Positionen der US-Terminbörsen veröffentlicht, wodurch sich die Aufsichtsbehörden mehr Transparenz versprechen – und darauf hoffen, dass Spekulanten nicht noch einmal wie im kommenden Jahr den Ölpreis in lichte Höhen treiben können.
Das “Londoner Ölgeheimnis” sei nun gelüftet, schreibt die FTD – und weil sie gleich in den Listen nachgeschaut hat, weiß sie auch, dass der preistreibende Einfluss von spekulativen Fonds gar nicht soooo groß sei: Die offenen Positionen lägen gerade mal bei einem Viertel oder Fünftel des in den USA üblichen. Allerdings weiß weder die FTD noch der Wortist,… weiter lesen