21.09.2009 von Detlef Guertler
Von bschl:
Heute habe ich mich über den Spiegel gefreut, der in seinem Titelbeitrag das Wort “Schuldenschlucht” verwendet.
Google findet “Schuldenschlucht” ganze 5 mal, wir können also getrost von einem Neuwort sprechen.
Ich mag “Schuldenschlucht”, weil es a) so schön alliterativ und b) so plastisch ist.
An einer Schlucht stehen wir, blicken und stürzen in sie. Die Schlucht kann klaffen, und Kräfte mögen sie reißen.
“Schuldenschlucht” ist viel schöner als die vor einigen Jahren aufgekommenen Haushalts- oder Finanzlöcher…
21.09.2009 von Detlef Guertler
In der Studentenvertretung irgendeiner der vielen Berliner Unis gibt es das schon länger: ein “Breites linkes Bündnis”, offiziell Breilibü abgekürzt. Ralf Fücks von der Böll-Stiftung hat es vor anderthalb Jahren schon mal für den Bund gefordert und macht es jetzt wieder im stiftungseigenen Wahlblog (an dem ich auch mitschreibe).
So wie die Illnersche Tigerentenkoalition (mit grünen Rädern untendran) für Schwarz-Gelb ist auch Breilibü für Rot-Rot-Grün eine etwas infantilisierende Wortschöpfung, die der harten Politik einen weichen Spiel-Charakter geben soll. Das ist Ausfluss einer Epoche, in der scheinbar die Wirtschaft alles bestimmte und die Politik nur ein bisschen kaspern konnte bzw. musste. Diese Epoche ist zwar bereits vorbei, aber das politische Personal hat es noch nicht so richtig begriffen (das ökonomisch übrigens auch nicht). Okay, dann werden eben erst die nächsten Wahlen bitterer Ernst, mit Tiger- und Volksfrontkoalitionen.