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06.10.2009 von Detlef Guertler
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Wortüberschuss

von Detlef Guertler

Wenn jemand weder Punkt noch Komma kennt, ihm (oft auch ihr) das Herz so voll ist, dass Mund und Feder (oft auch Tastatur) überlaufen, sprach man früher gern (oft auch ungern) von Quasselstrippen, während in besseren (oft auch ironischen) Kreisen die Nase über Logorrhö gerümpft wurde.

Da in globalisierten Zeiten die Wirtschaft nicht nur in die privatesten (oft auch intimsten) Lebensbereiche, sondern auch in die Sprache Einzug gehalten hat, wird auch in diesem Fall immer seltener gräzisiert und immer häufiger ökonomisiert. Man (oft auch frau) spricht vom Wortüberschuss, der so wie ein Importüberschuss zwar krankhaft sein kann, aber auch durchaus positive Wirkungen entfalten kann, je nach aktuellem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Geradezu idealtypisch hierfür steht die Verwendung in dem Weltwoche-Text “Was Frauen wirklich wollen” aus dem Jahr 2007:

Bekanntlich haben Wissenschaftler ermittelt, dass durchschnittlich 20000 Worte pro Tag über weibliche Lippen kommen, wohingegen sich das männliche Mitteilungsbedürfnisweiter lesen