16.10.2009 von Detlef Guertler
von polyphem:
Ein Neuwort, benutzt von Barbara Dribbusch. Hier: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/geschenke-fuers-hochprekariat/
“Muttis” Güte? oder der Versuch, die Immobilienpreise in den nächsten 36 Monaten zu stabilisieren? Schon vermögen wir wieder nicht, Frau Ka zu durchschauen.
15.10.2009 von Detlef Guertler
Heute in der “Neuen Luzerner Zeitung” einen Verriss des neuen Dan-Brown-Romans gelesen, in dem Brown u.a. vorgeworfen wurde, er lasse seine Nebenfiguren als Plotfunktionäre durch das Buch stelzen. Das Wort zeichnet mir das Bild einer hölzern konstruierten Handlung, was mich darin bestärkt hat, auch weiterhin Brown-Abstinenz zu üben – und was man bestimmt auch für ein paar weitere (oder ein paar tausend weitere) Romane verwenden könnte.
12.10.2009 von Detlef Guertler
von Hartmut Bohn:
Bei all den guten Ratschlägen zur Vermeidung einer Ansteckung mit der H1N1-„Schweinegrippe“ bleiben wir am Ende alle verstört mit einem Virenschleudertrauma (ein Treffer bei Google, aber in anderem Zusammenhang) zurück.
11.10.2009 von Detlef Guertler
Michael Moore hat sie wieder ausgegraben. Jene Citibank-Studie aus dem Jahr 2007, die sich die Welt der Luxusaktien betrachtete und sie zum Kauf empfahl, weil wir ja in einer Plutonomie lebten, also einer Welt, deren Ordnung (Nomos) den Interessen der Superreichen entspreche (bei den Griechen war Pluto der Gott des Reichtums, bei den Römern hingegen derjenige der Unterwelt).
Das wiederum hat die FTD gleich zweimal ausgegraben. Einmal vergangene Woche in ihrer glossigen “Out-of-Office”-Kolumne, und einmal heute im “Kapital”-Kommentar.
Die These, die sowohl Citibank als auch Moore als auch der Kapital-Kolumnist verfechten, kaufe ich nicht. Nein, der Lauf der Welt wird nicht (mehr) von den Superreichen bestimmt, denn, aber ja doch, sie sind überproportional von der Finanzkrise betroffen.
Sicher, die Aktienkurse sind gerade mal wieder hoch gegangen. Aber das gehört zu jenem Prozess, den ein Mitdiskutant bei Nouriel Roubini einmal “allocating the losses to the right losers”… weiter lesen
10.10.2009 von Detlef Guertler
Auf Dr. Ankowitschs Fanseite bei Facebook bin ich auf dieses mir gänzlich neue Wort gestoßen. Das Zugehör, so der Durchwurschtel-Doktor, “ist die sprachlich korrekte Bezeichnung für Dinge, die wo dazugehören. In Deutschland hingegen ist die Bezeichnung “Zubehör” geläufig, was die Sache nicht ganz trifft, finde ich. “Ich behöre zu dir!” – wie klingt das denn?”
Handelte sich es beim Zugehör um einen Austriazismus, könnte man es mit achtzigmillionenfacher teutonischer Macht als regionale Absonderlichkeit in die Ecke stellen. Aber auch in der Schweiz wird kein Zubehör, sondern Zugehör verwendet. Laut wissen.de (nicht wissen.at oder wissen.ch) entspricht es “im österreichischen und schweizerischen Zivilrecht etwa dem Zubehör des deutschen BGB.” Einziger Unterschied zwischen Austria- und Helvetizismus ist das Geschlecht: Dem Österreicher ist das Zugehör sächlich, dem Schweizer die Zugehör weiblich.
Unter den deutschsprachigen Ländern steht es hiermit 2:1 gegen das Zubehör. Sollten wir diese Variante des Mehrheitsentscheids… weiter lesen
09.10.2009 von Detlef Guertler
Natürlich wäre es blöd, wenn man erst auf einen Krieg warten muss, bevor man jemand den Friedensnobelpreis geben kann. Da kann es einem sogar passieren, dass man Typen wie Arafat, Begin oder Kissinger diesen Preis zuerkennen muss.
Oft bekommt deshalb ja auch jemand den Preis, der nachweislich etwas getan hat, um Kriege zu verhindern, ihre Folgen zu beseitigen oder zu lindern oder oder, von Willy Brandt bis zum Roten Kreuz.
Aber Barack Obama ist meines Wissens der erste, der den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen hat, ohne etwas anderes als Ankündigungen vollbracht zu haben. Das ist auf jeden Fall ein Frühdensnobelpreis, hoffentlich wird kein Zufrühdensnobelpreis draus.
Aber nun gut, schlimmer als damals mit Menachem Begin kann es wohl kaum werden, und nach oben ist alles offen.
06.10.2009 von Detlef Guertler
Wenn jemand weder Punkt noch Komma kennt, ihm (oft auch ihr) das Herz so voll ist, dass Mund und Feder (oft auch Tastatur) überlaufen, sprach man früher gern (oft auch ungern) von Quasselstrippen, während in besseren (oft auch ironischen) Kreisen die Nase über Logorrhö gerümpft wurde.
Da in globalisierten Zeiten die Wirtschaft nicht nur in die privatesten (oft auch intimsten) Lebensbereiche, sondern auch in die Sprache Einzug gehalten hat, wird auch in diesem Fall immer seltener gräzisiert und immer häufiger ökonomisiert. Man (oft auch frau) spricht vom Wortüberschuss, der so wie ein Importüberschuss zwar krankhaft sein kann, aber auch durchaus positive Wirkungen entfalten kann, je nach aktuellem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Geradezu idealtypisch hierfür steht die Verwendung in dem Weltwoche-Text “Was Frauen wirklich wollen” aus dem Jahr 2007:
Bekanntlich haben Wissenschaftler ermittelt, dass durchschnittlich 20000 Worte pro Tag über weibliche Lippen kommen, wohingegen sich das männliche Mitteilungsbedürfnis… weiter lesen
04.10.2009 von Detlef Guertler
“Der wird sich seinen Weihrauch schon selber streuen müssen”, knurrte eine prominente Deutsche, als sie anlässlich des finalen Abgangs eines prominenten Deutschen um einen Nachruf für ihn gebeten wurde. Da man über Verstorbene ja nichts Böses sagen soll (woran ich mich auch jederzeit und gerne halte), hier ganz unabhängig von aktuellen Anlässen eine wortistische Frage: Wenn ein Patriarch gleichzeitig eine unausstehliche Person ist, darf man ihn dann als Patriarsch bezeichnen?
03.10.2009 von Detlef Guertler
Von Deutschland aus kann man da nicht drauf kommen, da ist man zu nahe dran. Von Spanien aus sieht das schon anders aus. Da hat sich nämlich in der heutigen Ausgabe der großen konservativen Tageszeitung El Mundo die Journalistin Rosalia Sanchez als Polit-Psychologin betätigt. In einem langen Artikel über den mutmaßlich nächsten deutschen Außenminister Guido Westerwelle und dessen Beziehung zu seinem Lebensgefährten Michael Mronz (online brutal gekürzt) schreibt sie:
Man kann über die psychologische Rolle spekulieren, die Angela Merkel in dieser Beziehung eingenommen hat. Vielleicht die einer Mutter, die ihn bewusst bei der Beseitigung von gesellschaftlichen Hindernissen unterstützt hat. Das klingt sehr spekulativ. Sicher ist aber, dass Westerwelle ohne Mutter aufwuchs. Nach der Scheidung seiner Eltern blieb er, gemeinsam mit seinen drei Brüdern, bei seinem Vater. Und außerdem war Merkel immer wieder in für ihn entscheidenden Momenten präsent – sowohl bezüglich seiner politischen Laufbahn als auch bezüglich seiner… weiter lesen