Archive for November, 2009

10.11.2009 von Detlef Guertler
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zweiheimisch

von Detlef Guertler

Merkwürdig, dass mir das Wort “zweiheimisch” nicht aufgefallen war, als das gleichnamige Buch Ende 2006 erschien. Immerhin waren wir familiär ungefähr in dieser Zeit mit genau dem gleichen Problem befasst: Wenn unsere  in Deutschland geborenen Kinder mit deutschen Eltern in Spanien aufwachsen, ist ihre Heimat dann Deutschland oder Spanien oder beide oder keins von beiden? Beide, versicherten uns die Kinder. Wir Eltern müssten uns keine Vorwürfe darüber machen, dass wir ihnen die Heimat geraubt hätten, sie Kinder jedenfalls seien froh darüber, dass wir ihnen noch eine zweite Heimat dazugegeben hätten.

Ganz so einfach ist es nicht immer, auch nicht bei unseren Kindern, aber es muss ja auch nicht alles im Leben einfach sein. Auch zwischen einheimischen Deutschen und einheimischen Türken gibt es viele nicht immer einfache zweiheimische Schattierungen, und eine Zeitlang hatte ich sogar das Gefühl, in Journalismus und Bloggerei könne man zweiheimisch werden. Aber das… weiter lesen

08.11.2009 von Detlef Guertler
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Schleimspursurfer

von Detlef Guertler

Wenn ich ein Wort hübsch finde, dann sage und schreibe ich das nicht nur, sondern verwende es auch. Ganz anders offenbar Hal Faber bei heise online, der sich mit dem hier verwendeten Möbchen wegen dessen Herkunft nicht anfreunden kann:

Zu dumm nur, dass dieses hübsche Wort dank Amazons Werbe-Unsinns-Geranke bei einem Schleimspursurfer auftaucht, der im taz-Umfeld Haltungsnoten verteilt.

Mir gefällt das Wort Schleimspursurfer. Es ist viel wohlklingender als Blogmobmeute oder die klassische Kamarilla, ist anders als diese zudem auch im Singular einsetzbar und hat einen ähnlichen Beleidigungswert. Rein wortistisch also ein klarer Punkt für Hal Faber.

07.11.2009 von Detlef Guertler
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Thronitäten

von Detlef Guertler

von Christian Dombrowski:

Thronitäten: Bezeichnung für Throninhaber und ihren Anhang; Höchstadel also. Und „Kronitäten“ entsprechend: gekrönte Häupter und ihre Familien.
Anhang her oder hin: Den Papst müsste man wohl dazurechnen, oder?

Kronitäten = Höchstadel
Thronitäten = dito

04.11.2009 von Detlef Guertler
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Traumschredderer

von Detlef Guertler

Dass Wolfgang Schäuble ein harter Hund ist, ist hinlänglich bekannt. Allerdings muss er als Finanzminister ein anderer harter Hund sein, als er als Innenminister war. Dafür werden in der kommenden Zeit sicherlich noch einige neue Begriffe geprägt werden, wenn Schäuble erst mal mit der Arbeit richtig anfängt. Einen hat heute die Sächsische Zeitung gefunden (nicht online, via ftd.de):

Die FDP-Träume von einem Steuersystem, das im Handumdrehen einfacher, niedriger und gerechter wird, haben es zwar gerade noch in den Koalitionsvertrag geschafft. In der Regierungspraxis sammelt sie der Traumschredderer Wolfgang Schäuble gerade wieder ein.

Vom Überwachungsalptraumproduzenten zum Traumschredderer – das gefällt mir.

02.11.2009 von Detlef Guertler
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Möbchen

von Detlef Guertler

Eins fand ich dann doch putzig in der Auseinandersetzung der deutschen Blogosphäre mit Eva Schweitzer: dass  einige Dutzend der kollektiv beleidigten und in sich in ihrer ökonomischen Nischenexistenz bedroht sehenden Blogger auf Amazon ihr Mütchen gekühlt haben. Aktuell wurden die drei positiven Rezensionen ihres Buches von 20 bis 28 Nutzern als “nicht hilfreich” bewertet, eine negative Rezension hingegen von 39 Nutzern als “hilfreich”. Vor einer Woche waren die Bewertungen alle noch nicht da, wetten?

Wenn du mir das Schäufelchen wegnimmst, hau ich deine Sandburg kaputt – das ist kein Mob, das ist ein Möbchen.

Nachtrag, 3.11., 00.40 Uhr:

Nach einem nochmaligen Zug durch die Diskussion bei Niggemeier muss ich mich korrigieren, es ist doch nicht so putzig, sondern eher perfide:

- am 30.10. um 16.55 Uhr hat  “Horsti” dort in Kommentar 156 angeregt, dass man ja bei Amazon das Buch von Evaweiter lesen

02.11.2009 von Detlef Guertler
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Wehrmut

von Detlef Guertler

Bei Kai Diekmann ist der Wehrmutstropfen selbstverständlich nur ein Schreibfehler (übrigens viel dümmer als der wortistisch völlig berechtigte Wehmutstropfen), aber bei meiner tazblogger-Kollegin Eva Schweitzer war in den vergangenen Tagen Wehrmut in Reinkultur zu beobachten. Wie sie sich seit Freitag ziemlich allein (sorry, ich hatte dieses Wochenende internetfrei) gegen eine Blogmobmeute zur Wehr setzte, die ein nicht-existentes Recht auf uneingeschränkten Textklau erjaulen wollte, und wie sie dabei von Beitrag zu Beitrag und von Kommentar zu Kommentar mehr Freude am Abfahrenlassen entwickelte, das hatte was. Wehr-Mut eben.