20.01.2010 von Detlef Guertler
von A. S. Reyntjes:
Ist das ein produktiver Neu-Begriff: „Unwortverseuchtes Deutsch“?
Ich gebe Beispiele:
Ob nur sprachlich, oder politisch relevant: Als flotte Alternative fand ich folgende „Unwörter“ des Monats Januar:
1. Rentnererhöhung
2. Ausländerabreicherung
3. Unwort
Mitgewortet seien meine schmuckverbale Begrünungen, pardon: polito-satirische Begründungen:
Ich fand die Un-Wörterei im „Eulenspiegel“ (mit dem Slogan: „unbestechlich, aber käuflich“) als verbal gründelnde Satire:
„Der ‚Zentralrat der deutschen Sprache’ gibt die „Unworte des Jahres 2010“ bekannt
1. Platz:
Rentnererhöhung
Das Kompositum täuscht eine planvolle Anhebung des Anteils älterer Menschen in der Gesellschaft vor, wo in Wahrheit unbeabsichtigt Altlasten wuchern.
2. Platz:
Ausländerabreicherung
Das Wort vermengt in verharmlosender Absicht einen Begriff aus der Atomwirtschaft mit dem sozialen Anliegen, dieses ganze arabische
Negerhordengesindel wieder loszuwerden. Im gleichen Zusammenhang sind ‚geistiges Endlager’ und ‚Mülldebatte’ zu verurteilen, die im Zusammenhang mit den Zerfallsprozessen der SPD gebraucht wurden, ebenso wie ‚zigeunervig’: Der Neologismus… weiter lesen
20.01.2010 von Detlef Guertler
Sind sie nicht furchtbar, diese Arbeitgeber?
Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen störe zwar viele Unternehmen, sie als Seuche zu bezeichnen sei indes «ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen», sagte (Horst Dieter) Schlosser zur Begründung
der Kür von betriebsratsverseucht zum Unwort des Jahres 2009, sagt die Pressemitteilung dazu. Und weiter:
In einem Bericht der ARD-Sendung «Monitor» im Mai vergangenen Jahres hatte ein Mitarbeiter einer Baumarktkette geschildert, dass Abteilungsleiter Mitarbeiter als «betriebsratsverseucht» bezeichnen, die von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln wollen.
Richtig daran ist, dass es diesen Monitor-Bericht gab, und dass dort ein “Bauhaus”-Beschäftigter dieses Wort verwendet hat. Das entsprechende Zitat aus der Sendung auf der ARD-Webseite:
“Verschiedene Redner, insbesondere Abteilungsleiter, kamen dann zur Sache. Betriebsrat. Wir brauchen keinen Betriebsrat, wir können alles selbst klären. Betriebsrat kostet nur Geld, was wir für anderes gebrauchen könnten, zum Beispiel Lohnerhöhungen. Und möchte ein Kollege in… weiter lesen