leberlausig
von Detlef GuertlerEigentlich dachte ich ja, ich hätte mich ganz normal am Telefon gemeldet. Aber meine Co-Chefredakteurin Corinna Freudig sah bzw. hörte das anders: “Was ist denn los mit dir? Du klingst ja so leberlausig.” Was natürlich auch stimmte. Aber mit so einem schönen neuen Adjektiv ging es dann gleich doch wieder viel besser.
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*lach* Das ist ja noch besser als “enteiert” für kastriert. Habe enteiert bislang in einem anderen Sinne verwendet: nämlich für das Optimieren von Abläufen (in der Produktion, Computerprogramme oder ähnliches), die vorher eierig liefen (und mit den Eiern sind die ungekochten gemeint).
Ja, wirklich: “leberlausig”?
- Nicht, pardon: laberlausig!
Aber das hätten Sie ja sicherlich mit Ihrer Coworkerin sofort kommunikativ – und unwortistisch – geklärt!
P.S.:
Zur Erholung am Sonntag, ob am Mittag, ob am Abend, ein Poemlein über eine Labe-, nicht Laberschale – von J.G. Herder:
“Holder Schlaf,
zu neuem Freudenmahle,
für alles, was auch heut mich traf,
gib mir die Labeschale.”
*
Labechale (fem.) = Schale, die einen labenden Trinkgenuss bietet.
Gegen Leberläuse – zur Erheiterung: Friedrich Küppersbusch erfindet
“kommunizierendes Röhren.” Heute in seiner taz-Kolumne:
“Hormonell übersteuerte Hirsche beim kommunizierenden Röhren.”
(Lafontaine und Schröder)