14.08.2010 von Detlef Guertler
von polyphem:
Hat das Wort “Marketinglüge” das Zeug zum “Unwort des Jahres”?
“…nur ‘gepushte Zahlen’ gewesen, ‘mit denen man Marketing und nichts anderes’ gemacht habe. Auf Wunsch des Veranstalters habe die Stadt Duisburg bei der Marketinglüge mitgemacht. “, steht hier:
Das Wort “Marketinglüge” ist nicht ganz neu, aber es hat in den letzten Tagen groß Karriere gemacht. Eine führende internet-Suchmaschine zeigt 2120 Treffer, sucht man das Wort “- (minus) Sauerland”. Die Anfrage “+Sauerland” bekommt 4050 Antworten. Ein Mann, ein Wort.
“Hier stock ich schon. Wer hilft mir weiter fort?” (Faust)
Als Teilzeit-Moralist stelle ich dann noch die Frage, ob die erwähnte Spezialform der Lüge eine lässliche ist. Die Rechtschreibhilfe des FF-Browsers kennt lässlich nicht und schlägt z.B. “hässliche” oder “grässliche” vor.
13.08.2010 von Detlef Guertler
Ein hübsches Neuwort in der Überschrift zu einem gar nicht hübschen Artikel von Wolfgang Münchau in der FTD über den Zustand von Immobilien- und Kreditmärkten in China.
“Das Platzen einer chinesischen Blase in der jetzigen weiterhin fragilen Situation des internationalen Finanzsektors käme einem GAU gleich”, schreibt Münchau, vergleicht die Lage in China mit der “späteuphorischen Phase im amerikanischen Häusermarkt der Jahre 2005 und 2006″ und antwortet all jenen, die meinen, dass China ja etwas ganz anderes sei als die USA, mit Physik: “Ich bin mir sicher, dass auch China sich dem Gesetz der Schwerkraft nicht entziehen kann.” Na dann: die eigenen Ersparnisse gut anschnallen!
03.08.2010 von Detlef Guertler
“Kachelmann und kein Ende”, seufzt samya lind auf der Webseite von Alice Schwarzer in der Diskussion über deren Beitrag über die Kachelmann-Freilassung. Und weiter:
langsam aber sicher geht mir die berichterstattung über den deutsch-schweizer wetterfrosch kachelmann so was von auf die nerven. das sich all die pressefritzen und leider auch pressesusen auf diese story stürzen wie kinder auf den weihnachtsmann, war ja klar.
Damit hat sie es allerdings geschafft, dass sich nun auch ein bisher fast Fall-Kachelmann-freies Blog daraus stürzt. Denn die Pressesusen, die gab es bisher noch nicht in unserer Sprache. Aber in der Realität. Auch ich kenne neben vielen mehr oder weniger hervorragenden Journalisten auch einige Branchenvertreter, die man nur als Pressefritzen bezeichnen kann – und eben Branchenvertreterinnen, die mit Pressesuse sehr adäquat beschrieben sind.
01.08.2010 von Detlef Guertler
“Si Lehman Brothers hubiera sido Lehman Sisters, todo habría sido distinto”, sagte die spanische Gleichstellungsministerin Bibiana Aido im Interview mit der Samstagsausgabe von El Mundo. Ähnlich wie vor ihr schon die britische Labour-Politikerin Harriet Harman (vor ziemlich genau einem Jahr) und vermutlich als erste (nämlich im Mai 2009 auf Spiegel-Online), Mary Iskenderian, die Chefin der Women`s World Bank.
Hier geht es natürlich nicht darum zu prüfen, ob die Behauptung stimmt, dass Lehman Sisters weniger brachial pleite gegangen wären als Lehman Brothers, sondern hier geht es um das deutsche Wort für diese “Sisters”. In allen drei Zitaten, spanisch, englisch und deutsch, wird von Lehman Sisters gesprochen; auf Spanisch hätte man den Begriff auch problemlos übersetzen können: Die Brothers wären dann die Hermanos Lehman, und die Sisters eben die Hermanas. Auf Deutsch hingegen würden aus den Brothers die Gebrüder Lehman – und aus den… weiter lesen