Ein Flashmob, oder auf deutschdeutsch: Blitzpöbel, ist eine Aktionsform, bei der viele Menschen auf einmal, eben wie ein Blitz aus heiterem Himmel, eine Aktion durchführen: in Springbrunnen springen, sich auf den Boden werfen, ihren Nachbarn umarmen oder ähnliches.
Wenn sich jetzt viele Leute verabreden, um am 7. Dezember jeder auf seiner Bank sein Geld vom Konto abzuräumen, dann ist das erst einmal auch ein Flashmob. Wenn es aber zu dem führen würde, was manchmal passiert, wenn viele Leute auf einmal zur Bank gehen und ihr Geld abheben, nämlich zum Zusammenbruch des Finanzsystems, dann ist das natürlich ein Crashmob.
Ich glaube zwar nicht, dass diese aus Frankreich kommende Aktion so viel Resonanz bekommen wird, dass es tatsächlich zum Bankenwanken kommen könnte; aber wer mitmachen möchte: einfach bei Facebook anmelden.
Archive for Oktober, 2010
von Christinan Dombrowski:
Lieber Detlef,
leider konnten wir uns auf der Buchmesse nicht sehen, ich war nämlich leider ergrippt. Inzwischen aber bin ich wieder wohlauf, und so habe ich mir jüngst Gedanken gemacht über Deine Quadratmehrzahlen. Für ein Substantiv, dessen Singularform identisch ist mit der Pluralform eines anderen Substantivs – das also gewissermaßen zwitterhaft zwischen Ein- und Mehrzahl steht –, schlage ich die Bezeichnung „Plingular“ vor.
Hei, das ist ein hübsches Spiel!
das Reis – die Reise; die Reise – die Reisen
der Herd – die Herde; die Herde – die Herden
die Lake – die Laken; das Laken – die Laken
der Wind – die Winde; die Winde – die Winden
der Lump – die Lumpen; der Lumpen – die Lumpen
der Akt – die Akte; die Akte – die Akten
das Fest – die Feste; die Feste – die Festen
das Reich – die Reiche; die… weiter lesen
Halt! Trollizei!
Bitte alle die Mail- und IP-Adresse vorzeigen
!
ruft nach insgesamt 883 (533 +350) Kommentaren zur Niggemeier-KoNeDuMont-Kontroverse ein Mitdiskutant.
Das ist natürlich für KoNeDuMont viel zu spät, der hat sich längst selbst ins Abseits getrollt. Umso mehr Grund, beim Bundesinternetminister einen Antrag auf Einstellung von Trollizisten oder auf die Gründung einer Trollizeischule zu stellen, um übereifrige Internetsegler vor Selbstbeschädigung zu bewahren. Stefan Niggemeier kommt dann bestimmt mal für eine Unterrichtseinheit vorbei.
Mal wieder ein Übersetzungsproblem. In englischsprachigen Wirtschaftsmedien begegnet man immer wieder dem Begriff “problem economies” – sogar im englischsprachigen Spiegel-Angebot.
Aber wie bitteschön sagt man dazu auf Deutsch?
- Problemstaaten? Eher nicht. Das klingt zu sehr nach Schurkenstaaten oder Ländern, die mit problematischen Chefs geschlagen sind, wie Libyen oder Venezuela. Dabei gelten, so eine aktuelle Nomura-Analyse, als problem economies heutzutage die USA, England und ein Teil der Eurozone. Der ökonomische Anteil, der in den problem economies steckt, ist im Begriff Problemstaaten nicht mehr zu sehen.
- Problemwirtschaften? Eher auch nicht. Da denkt man doch eher an die Eckkneipe mit der Säuferkundschaft, deren Wirt sich einen Dreck um das Rauchverbot schert. Der Staatenanteil, der in den problem economies steckt, ist in der Problemwirtschaft verschwunden.
- Problemvolkswirtschaften? Auch nicht. Erstens mächtig umständlich, und zweitens ist nicht klar, ob das Volk zum Problem gehört (die… weiter lesen
von Wolfgang Wilhelm aus dem Allgäu:
Louis van Gaal ist ein kreativer Wortschöpfer, das wissen Fußballinteressierte spätestens, seitdem sich Bayern Münchens Trainer Anfang Mai nach dem Meistertitel selbst zum vielzitierten Feierbiest kürte. Am Dienstagabend, seine Mannschaft hatte das Champions-League-Spiel gegen den rumänischen Gegner CFR Cluj soeben glücklich 3:2 gewonnen, gelang dem nach einem Jahr erstaunlich gut deutsch sprechenden Holländer wieder einmal eine dieser netten Kreationen, die oft mehr aussagen als alles andere: “Wir haben in dieser Saison nicht viel geduselt, aber heute haben wir Glück gehabt”, sagte van Gaal. Er meinte natürlich, dass seine Mannschaft bislang nicht viel Dusel gehabt hatte, Glück eben. Aber, und das wird selbst van Gaal trotz seiner Lernfortschritte noch nicht wissen: das Verb duseln heißt laut Duden umgangssprachlich eigentlich “sich im Halbschlaf befinden”.
In der Online-Süddeutschen ist dieser Tage erstmals ein Härtzchen aufgetaucht (wenn auch nur im Kommentar eines Lesers) und dort von der Wortwarte aufgespürt worden. In der Fundstelle wird dieses Etikett auf Arbeitsministerin von der Leyen aufgeklebt, was zu dieser aber gar nicht passt, weil sie diejenige war, die den Begriff Hartz IV loswerden und durch Basisgeld ersetzen wollte (was auch schön mit ihrem Basisgeltungsbedürfnis korrespondiert).
Viel besser wäre das Härtzchen doch aufgehoben, wenn man es für all jene reizenden Frauen, Männer, Kinder verwenden würde, die durch Supernanny, Frauentausch und Big Brother geistern. Auch die Zöglinge im zeitgenössischen Bildungsprogramm Rachs Restaurantschule: Härtzchen allesamt.
Das einzige Problem des Wortes: Härtzchen kann man nur geschrieben von Herzchen unterscheiden. Und wer schreibt schon etwas über Härtzchen?
Gerade beim Abendessen herausgefunden, dass es im Deutschen Wörter gibt, die die Mehrzahl einer Mehrzahl sind (bei der es sich eigentlich um ein Wort handelt, das gleichzeitig Singular und Plural sein kann), also sozusagen eine Quadratmehrzahl.
Gesammeltes familiäres Nachdenken brachte es auf zwei solcher Quadratmehrzahlen:
1. Polen: der Pol -> die Pole; der Pole -> die Polen
2. Spitzen: der Spitz -> die Spitze; die Spitze -> die Spitzen
Uneinig waren wir uns, ob Polen (das Land) wiederum eine Mehrzahl hat (die Polens), womit “Polens” dann eine Kubikmehrzahl wäre. Einig hingegen waren wir uns, dass wir zu gerne wüssten, ob es noch mehr solcher Quadratmehrzahlen gibt. Wer findet welche?
von polyphem:
Im Reptilienfonds beim Wortistik-Kollegen Heiko Werning steht in seinem aktuellen Beitrag “Integration: Im Namen der Kartoffel” folgender Satz: “Aber den ganzen Wahnsinnigen, die jetzt gleich wieder über den Untergang des Abendlandes lamentieren, aber auch den idiotischen Sprachfundamentalisten,……”
Lamentieren steht dort und ich las “islamentieren”. Ich schlage vor, dass wir “Islamentieren” als Neuwort für das Lamentieren über Islam einführen.
Alles Gute beim “Weltwohnen”
wünschte Beate Dietrich der frischgebackenen Halbmillionärin Meike Winnemuth in deren Tagebuch. Gerade eben hatte Meike, deren Schicksal auf dem Stuhl bei Günther Jauch wir hier seit Freitag verfolgen, verraten, dass sie gerne ein Jahr lang jeden Monat in einer anderen Stadt wohnen möchte (an Tokio und Budapest erinnere ich mich noch), um zu sehen, ob es irgendwo noch einen Ort gibt, der ihrer bisherigen Alterssitzfavoritenstadt Sydney den Rang ablaufen könnte.
Tja, Meike, Marbella wird es wohl kaum auf deine Zwölfer-Liste schaffen, Zürich vermutlich auch nicht, und in Berlin hast du ja schon residiert – also werde ich dein Weltwohnen nur aus der Ferne verfolgen können. Wenn du uns Normalsterblichen überhaupt eine Gelegenheit dazu gibst…
Wir haben der fantastischen Meike Winnemuth hier schon mehrfach das Erstgeburtsrecht an Neuwörtern zugestanden. Aber jene Wortschöpfung, die ihr Günther Jauch heute bei “Wer wird Millionär?” zuschrieb, ist echt nicht von ihr: Die Klempnerspalte als Begriff für unerwünschte Hinterteilseinblicke bei Männern hat Meike zwar im SZ-Magazin am 16. August verwendet, aber ganz und gar nicht erfunden. Denn schon vor mehr als fünf Jahren wurde dieser Begriff von einem gewissen Krischan so beschrieben:
Die sogenannte Klempnerspalte. Entsteht dann, wenn besagter schwerer Werkzeuggürtel die Hose über dem breiten Gesäß nicht mehr hält und dann tiefe Einblicke in die Gesäßspalte beim Bücken (des Handwerkers) zulässt. In Kombination mit einem entsprechend ausgestatteten Bauch sieht das sehr unschön aus, ist aber arbeitsvertraglich wohl als Muss-Bestimmung fixiert.
So etwas weiss Herr Jauch natürlich nicht. Aber dafür wusste Meike bislang alles. Also weiter Daumen drücken am Montag!