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vonDetlef Guertler 04.10.2010

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„30-Kilometer-Schwumm ohne Arme“ lautete heute eine Überschrift in der Schweizer Gratiszeitung „20 Minuten“. Für Eidgenossen ist der (die? das?) Schwumm offensichtlich ein völlig normales Wort, im Deutschdeutschen hingegen klafft an dieser Stelle schlicht ein Sprachloch: Wir haben kein Substantiv für das, was man macht, wenn man schwimmt. Nicht dass man ein solches Wort allzu oft bräuchte – aber wenn doch, wär’s doch praktisch, wenn man’s hätte. Weshalb ich hiermit den Antrag auf wortistische Einbürgerung des Schwumms stelle.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2010/10/04/schwumm/

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kommentare

  • Ich flog einen Flug und ich schwamm einen Schwumm.
    Jetzt geht mir ein Neuwort im Kopfe herum.
    Schuld ist die Wortistik, die so was (er)findet
    Und ich hoffe nun, dass es wieder verschwindet.
    Vielleicht hilft mir Schiller, der auch gerne tauchte
    Nach Bechern und Ehre, die Niemand gebrauchte.

    „Es lächelt der See, er ladet zum Bade,
    Der Knabe schlief ein am grünen Gestade,
    Da hört er ein Klingen,
    Wie Flöten so süss,
    Wie Stimmen der Engel
    Im Paradies.
    Und wie er erwachet in seliger Lust,
    Da spülen die Wasser ihn um die Brust,
    Und es ruft aus den Tiefen:
    Lieb Knabe, bist mein!
    Ich locke den Schäfer,
    Ich zieh ihn herein.“
    (Schiller, Wilhelm Tell)

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