Hirnschmelze

„Nuclear safety and journalistic meltdown – I wish we could build containments for both“ twittert Josef Oehmen, Ingenieur für Risikomanagement am berühmten MIT in Boston und seit gestern einer der weltweit meistgelesenen Experten für Reaktorsicherheit. Weil ein Verwandter von ihm, ein in Japan lebender Englischlehrer aus Australien, die Mail online stellte, die Oehmen anderen Verwandten nach Australien geschickt hatte, die sich wie so viele andere Menschen weltweit wegen der AKWs von Fukushima Sorgen machen. Oehmens Antwort, kurz gefasst: Macht euch keine Sorgen, die Auswirkungen dieses Unfalls sind und bleiben begrenzt, die japanischen Kraftwerksingenieure haben ordentlich gearbeitet und die Techniker, die jetzt vor Ort in Fukushima arbeiten, arbeiten geradezu wie aus dem Lehrbuch, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Eine Auffassung, die, ebenfalls kurz gefasst, von vielen Ingenieuren, aber nur von wenigen Journalisten geteilt wird.

Gestern war Oehmens Text die wohl meistgetweetete Internetseite überhaupt, inzwischen gibt es ihn auch in deutscher Übersetzung, (und auf spanisch) und eine Fülle von Reaktionen an diversesten Stellen, von begeistert bis vernichtend. Oehmen wird da unter anderem unterstellt, dass er keine Ahnung hat und dass er von der Atomlobby bezahlt wird, was ich beides nach einem E-Mail-Austausch mit ihm glaube verneinen zu können. Was Oehmen wiederum den Journalisten unterstellt, dürfte sich aus dem Eingangszitat hinreichend erschließen.

Selbstkritisch und von mir auf andere schließend stelle ich fest, dass an diesem Wochenende beginnend mit dem Wort „Kernschmelze“ bei vielen Menschen und Medien das rationale Denken notabgeschaltet wurde – eine Hirnschmelze sozusagen. Die Kombination aus (partieller) Kernschmelze und Explosion des Reaktorgebäudes konnte ja gar nichts anderes bedeuten als eine massive und großflächige Freisetzung von Radioaktivität. Dass die Brennelemente, und damit der mit Abstand größte Brocken an Strahlung und Gefährdung, trotzdem immer noch im Stahl-Containment eingeschlossen sein könnten (und hoffentlich auch darin eingeschlossen bleiben), kam mir (uns?) gar nicht in den Sinn. Ein handwerklicher Fehler – genauso wie jeder Vergleich mit der Katastrophe von Tschernobyl.

In Deutschland geht man inzwischen auf allen Seiten des politischen Spektrums davon aus, dass Fukushima das Ende des Atomzeitalters besiegelt – die Kernenergie sei schlicht nicht beherrschbar. Viele Ingenieure sehen das vermutlich anders: Gerade Fukushima könne beweisen, dass auch unter extremsten Bedingungen ein Unfall in einem Atomkraftwerk beherrschbar sei. Vermutlich ist beides richtig, je nach Blickwinkel.

Ein Sicherheitssystem, um in Extremsituationen in Zukunft die journalistische Hirnschmelze zu verhindern, wird leider auch nach Fukushima nicht konstruiert werden. Verleger mögen nun mal keine Ingenieure.

Update, 22.55 Uhr: Was vorgestern als Privat-Mail eines MIT-Wissenschaftlers aus dem Bereich Supply Chain Risk Management begann, ist jetzt zu einer Angelegenheit der Nuklearingenieure am MIT geworden. In einem frisch eingerichteten Blog werden sie sich all jener Fragen annehmen, die die Oehmen-Leser, ob Freund oder Feind, stellen bzw. stellen werden. Und zwar inhaltlich sicherlich kompetenter als alle hier diskutierenden, mich selbstverständlich eingeschlossen.

Update 15.3., 16 Uhr: Leider sind die o.a. MITler so dämlich, ein Blog aufzumachen, bei dem sie die Kommentarfunktion abschalten. Das spricht immerhin dafür, dass es sich nicht um eine Undercover-Aktion der Atomlobby handelt – so dämlich sind die nämlich nicht.

Kommentare (63)

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  1. @Logos:
    Da schon Ihr erster Satz eine unwahre Unterstellung enthält (die Fukushima-Berichterstattung der deutschen Medien hat mich nämlich schon deutlich vor der ersten Oehmen-Veröffentlichung zur Verzweiflung gebracht), erlaube ich mir, den Rest Ihres Kommentars nicht weiter zu lesen. Sollten Sie das Bedürfnis haben, hier mit ähnlichen Unterstellungen weiter zu trollen, werde ich Ihre Kommentare schlicht nicht freigeben.
    Für eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Atomenergie würde ich Ihnen ohnehin andere, geeignetere Plätze empfehlen.

  2. @Hr. Guertler:
    Rekapitulieren wir: basierend auf Oehmens Kaffesatzleserei glaubten sie damals, bei den Medien eine Hirnschmelze ausmachen zu können. Nun haben die Fakten aber Oehmens Behauptungen, die für ihren Artikel als Grundlage für die Ableitung einer Hirnschmelze herhalten mussten, geradezu Lügen gestraft. Damit ist der „Argumentation“ ihres Artikels – so man denn euphemistisch ihre deplatzierten Einlassungen so titulieren will – praktisch der Boden unter den Füßen weggebrochen. Weiterhin wurden durch meinen Kommentar im Detail ein ums andere Mal ihre Behauptungen widerlegt oder der Inkompetenz überführt. Und DENNOCH geben sie zum Schlechtesten, sie sehen nicht, wo sie da mit irgendwelchen Anwürfen grandios danebengegriffen hätten?

    Dass dieses Zeugnis von Ignoranz und/oder Unredlichkeit ausgerechnet noch von einem selbsternannten „Wortisten“, der sich der Bedeutung von Sprache in Allgemeinen und seiner eigenen Worte im Besonderen, bewusst sein sollte, kommt – DAS hat schon was! Deutlicher hätten sie ihre Glaubwürdigkeit nicht untergraben können, Hr. Guertler!

    Da nutzt auch ihr hilfloser Versuch, durch die Eröffnung des Nebenkriegsschauplatzes Fall MH370 von ihrem Versagen abzulenken, nichts. In meinem Kommentar sind zumindest indirekt (über die beiden Links) valide Sachargumente zu Hauf zu finden, die nahelegen, wie die Bewertung der Kernenergie von technisch kompetenter Seite – wozu ich viele Ingenieure mal zähle – ausfällt. Es mag ja sein, dass es ihnen sonst in ihrem Umfeld gelingt, die auf einer geradezu erschlagenden Fülle valider Sachargumente basierende technische Expertise als bloße „Meinung“ abzuqualifizieren – da ich aber mehr als genug valide Sachargumente gegen Kernkraft vorgebracht (die beiden Links) habe – von denen sie, wie erwartet, nicht eines aufgegriffen, geschweige denn widerlegt hätten – funktioniert das bei mir nicht!

    Mein Dank gilt ihnen zumindest in soweit, wie sie mit ihrer beschämend substanzlosen Erwiderung meine Vorbehalte in Sachen Aufrichtigkeit bestätigt haben. Das ist doch auch etwas – selbst an augenscheinlich geringen Maßstäben eines Wortisten gemessen.

  3. @Logos: Meine Vorwürfe bezogen sich vor allem wenn nicht gar ausschließlich auf das Verhalten der Medien während der heißen Phase der Fukushima-Katastrophe. Ich sehe nicht, dass ich da mit irgendwelchen Anwürfen grandios danebengegriffen hätte. Dass die Medien immer noch nicht begriffen haben, wie man mit Katastrophen umgeht, die die Menschen in allen Welt bewegen, zeigte sich zuletzt sehr drastisch beim Fall MH370.
    Wie die Meinungsbildung der Ingenieure zur Beherrschbarkeit nuklearer Störfälle inzwischen aussieht, weiß ich nicht. Wie Ihre Meinung dazu aussieht, haben Sie ja sehr deutlich dargelegt.

  4. Ihrer Vermutung „Viele Ingenieure sehen das vermutlich anders: Gerade Fukushima könne beweisen, dass auch unter extremsten Bedingungen ein Unfall in einem Atomkraftwerk beherrschbar sei.“ möchte ich als Ingenieur, Maschinenbau-Ing. um genau zu sein, heftigst widersprechen! Wer als Ingenieur so eine „Schlussfolgerung“ ziehen würde, hätte schlicht weg seinen Beruf verfehlt – oder er wäre schwerstens ideologisch verblendet (was augenscheinlich auf Oehmen zutrifft). Ihre Vermutung ist nämlich schon rein logisch falsch: ein Einzelfall kann NIEMALS nachweisen, dass „auch unter extremsten Bedingungen ein Unfall in einem Atomkraftwerk beherrschbar ist“ – das hat was mit Beweisführung zu tun – sie haben nämlich eine Allaussage getätigt, die sich in strengem Sinne überhaupt nicht beweisen lässt. Aber schon ein Gegenbeispiel wie Tschernobyl, Fukushima beweist, dass die Allaussage, „Kernkraft ist sicher“, falsch ist. SO HERUM „wird ein Schuh daraus“!

    Hinreichend kompetente und ideologiefreie Ingenieure müssen wissen, dass ein riskantes System dieser Komplexität eben nicht garantiert sicher zu betreiben ist. Von Beherrschbarkeit eines AKW-Unfalls auch unter extremsten Bedingungen ganz zu schweigen.

    Und es bleibt festzuhalten, dass Oehmen mit seiner Voraussage „Es hat keine signifikante Abgabe von Radioaktivität stattgefunden und es wird auch keine geben!“ so daneben lag wie es nur geht. Das glatte Gegenteil entspricht der Wahrheit: die Strahlenfreisetzung war so hoch, dass der Unfall der höchsten INES Stufe 7 zugeordnet wurde. Und SELBST HEUTE, mehrere Jahre nach dem Unfall, kommt es immer noch zu Strahlenfreisetzungen (kontaminiertes Wasser) ohne dass ein Ende absehbar ist! Mit anderen Worten: Oehmens Verlautbarungen lasen sich zwar für die Atomkraftfraktion wunderbar schön – nur mit der Realität hatten sie nichts zu tun!

    In Bezug auf die Hinschmelze hatten sie recht – nur an die völlig falsche Fraktion adressiert: nicht bei den Gegnern, sondern den Befürwortern und deren Begeisterung für Text wäre eine Hirnschmelze korrekt verortet gewesen! Denn schon mit einem Minimum an kritischer Hinterfragung hätte einem die Absurdität von Oehmens Text bewusst werden müssen.

    Dazu ein verdeutlichendes Beispiel:
    Man stelle sich vor, irgendwo auf der anderen Seite der Erdkugel kommt ein voll besetzter Bus von einer Passstraße ab und stürzt einen Abhang hinunter. Und nun versteigt sich hier jemand, vom grünen Tisch aus vorauszusagen, in welchem Zustand sich der Bus befindet und wie viele Personen wie verletzt wurden: der Bus habe nur leichte Schrammen davon getragen und alle Insassen wären unverletzt wohlauf. Ohne dabei gewesen zu sein, ohne mit Helfern, die vor Ort waren, gesprochen zu haben, ohne über relevantes Bildmaterial zu verfügen.
    Das wäre doch absurd und der Schreiberling mitsamt seiner Voraussage nicht ernst genommen worden.

    Schreibt aber ein „MIT-Wissenschaftler“ einen Artikel über den GAU, indem ausführlich dargelegt wird, warum eigentlich nichts Nennenswertes bei Fukushima passiert sei, OHNE vor Ort gewesen zu sein, OHNE mit Fachleuten vor Ort gesprochen zu haben und OHNE über besondere Daten zu verfügen, die einen tieferen Einblick gewähren, sondern theoretisiert einfach aus der Entfernung heraus, so wird er von wesentlichen Teilen der PRO-Kernkraft-Fraktion in einre Weise hofiert und goutiert, dass sich die Frage nach deren grundsätzlichem Urteilsvermögen stellt.
    Das zeugt vom katastrophalen Zustand, in dem sich die Pro-Kernkraft-Fraktion befindet, wo man wie ein Ertrinkender nach jedem Strohhalm greift, der sich anbietet – und dabei selbst ein Mindestmaß an [selbst-]kritischer Haltung vermissen lässt. Da liegt die Hirnschmelze, Hr. Guertler, DA!

    Sie meinen, der Vorwurf der Ahnungslosigkeit gegenüber Oehmen sei unzutreffend. Auch dem muss angesichts der vorgenannten Fakten widersprochen werden: Oehmen war in einem Maße vermessen, dass es an Hybris grenzt. Zumindest indirekt trifft Oehmen der Vorwurf der Inkompetenz sehr wohl:
    Jemand mit hinreichend Kompetenz muss wissen, dass die Folgen dieses GAUs bei einem derart komplexen System NICHT aus der Ferne und der grauen Theorie heraus zu diagnostizieren ist. Schon bei einem ungleich weniger komplexen System wie PCs sind Fern-“Diagnosen“ eher raten und vermuten.
    Zumindest also hätte Oehmen Einschränkungen vornehmen müssen und bemerken, dass es sich um Vermutungen handelt, die auch falsch sein können – DAS wäre hinreichend seriös gewesen. Stattdessen hat sich Oehmen zu absoluten Aussagen in Form von Tatsachenfeststellungen verstiegen!
    Der Umstand, trotz Fehlens eines detaillierten Insiderswissens eine Ferndiagnose vom grünen Tisch vornehmen und eine absolute Aussage wie „Es hat keine signifikante Abgabe von Radioaktivität stattgefunden und es wird auch keine geben!“ zu treffen, zeugt von Oehmens Überheblichkeit, Vermessenheit und Inkompetenz!

    Ob Techniker alles richtig gemacht haben oder nicht entzieht sich meiner Kenntnis (erfahrungsgemäß ist das in solchen Situationen NICHT so) – entsprechendes Material, aus dem sich das ableiten ließe, liegt mir nicht vor (aber Oehmen ebenso wenig, um das Gegenteil zu behaupten). Aber Eines ist gewiss:
    Ein AKW auf der dem Ozean zugewandten Seite zu bauen, wo bekannt ist, dass die Küste immer wieder von Tsunamis heimgesucht wird und darüber hinaus das AKW noch extra tiefer zu legen, damit nicht soviel Energie fürs Wasserhochpumpen erforderlich wird – ist direkt doppelt „broken by design“! Wobei das eher Vorgaben des Managements gewesen sein dürften als Entscheidungen von Ingenieuren.

    In sofern dürfte auch ihre Abschlussbemerkung falsch sein: Ingenieure wissen noch viel besser, dass Kernkraft nicht garantiert sicher zu beherrschen ist, als Verleger. Als Maschinenbau-Ing. halte ich AKWs für eine absolut verantwortungslose und gefährliche, prinzipiell nicht sicher zu beherrschende Stromerzeugungsmethode – valide Sachargumente für diesen Standpunkt sind unter
    https://wiki.piratenpartei.de/AntiAtomPiraten/Argumente
    zuhauf zu finden! Und außer für die Atomwaffenproduktion (die ich ablehne) gibt es auch KEINEN Grund für Kernkraft – nicht einmal den angeblich „billigen Atomstrom“, der in Wahrheit der Teuerste überhaupt ist! Siehe:
    http://de.pro-contra-kernkraft-ee.wikia.com/wiki/Billiger_Atomstrom_-_Wahrheit_oder_Maer%3F

    Moralisch bedenklich erscheint der Aspekt, den schon Hr. Mueller thematisiert hat: obwohl seit langem klar ist, dass sie mit ihren Anwürfen grandios fehlgegriffen haben, ist von einer Entschuldigung wegen der unberechtigten Vorhaltungen, die sie besser an sich selbst und die Pro-Kernkraft-Fraktion gerichtet hätten, keine Spur. Für Aufrichtigkeit spricht das nicht gerade, Hr. Guertler.

    Fazit:
    Aus der Rückschau betrachtet erweist sich ihr „Beitrag“ als komplett substanzlos und an die falschen Adressaten gerichtet. Da ist auch NICHT EINE strittige Bemerkung, die nicht falsch oder fundamental angreifbar wäre. Hirnschmelze? Hirnschmelze!

  5. Zum dritten Jahrestag des Tsunamis hat Frank Schmiechen in der WELT den Begriff „Hirnschmelze“ wieder aufgegriffen. Auszüge aus seinem Kommentar:
    „Die ganz große atomare Katastrophe blieb aus – aber noch heute stellen die havarierten Reaktoren eine Gefahr für Menschen und Umwelt in Japan dar. … Während die Japaner meistens über den Tsunami sprechen, wenn sie an die Katastrophe von vor drei Jahren denken, geht es bei uns in Deutschland ausschließlich um den Atomaspekt. … Ansonsten dürfen wir im Wochenrhythmus erleben, wie Menschen, die man im Normalfall als kritisch und intelligent bezeichnen würde, in Sachen Fukushima jede intellektuelle Beherrschung verlieren. … Während sich die Schulkinder in Japan pragmatisch mit Geigerzähler auf den Weg machen, kommt es bei uns leider zu oft zur Hirnschmelze, wenn es um Fukushima geht.“
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article125690414/Fukushima-fuehrte-bei-manchen-zur-Hirnschmelze.html

  6. Was H. Müller sagt!

  7. Mittlerweile, nachdem Herrn Oehmens Vorhersagen sich als gravierend falsch herausgestellt haben, kommt es ja auf die Frage, ob es gezieltes astroturfing war, nur noch marginal an, lieber Herr Guertler. Oberpeinlich ist allerdings, dass weder Herr Oehmen noch offenbar Sie angesichts der Realität (wahrscheinlich keine Rückkehr der Bewohner in die Evakuierungszone – nie mehr) und der diametral entegengesetzten Prognose Oehmens (keine Verstrahlung zu erwarten, da kann man sich auf den Abluftschornstein setzen), irgendein Wort des Bedauerns, irgendein Eingeständnis, dass man da vielleicht doch ein bisschen falsch gelegen hat und andere zu früh der Hirnschmelze bezichtigt hat, feststellbar ist. Traurig.

  8. Der New Scientist hat inzwischen sehr ordentlich aufgeschrieben, wie sich der Hype um den Oehmen-Text entwickelt hat.
    http://www.newscientist.com/article/dn20266-how-josef-oehmens-advice-on-fukushima-went-viral.html?full=true

  9. alles schön und mist,wie sieht es wohl später dort aus etwa so wie in der ukraine alles nett verputzt..mal ne andere variante- sone art riesenschwimmbecken da kommt oben schon mal nix mehr raus..

  10. jetzt loeschen sie den reaktor wie einen waldbrand. soweit ich das alles mitgekriegt habe ist die ursache des unfalls ein ganz banaler stromausfall.
    bis heute ists denen nicht gelungen die stromversorgung herzustellen.
    ich kann das ganze expertengelabere nicht mehr hoeren.
    nehme an das kein einziger experte dabei sterben wird.
    jetzt sucht man halt ein paar trotteln die loeschen gehn. wahnsinn pur

  11. @Philipp Hammes
    Danke. Habe meinen Irrtum bzgl. der Verhältnisse um die Wasserstoffbildung mittlerweile selbst bemerkt. Man kann also sagen, die Explosion aussen ist das sichtbare Zeichen einer Brennstaboxidation innen.

    Was den Rest meiner Kritik angeht, so sehe ich bisher allerding keinen Fehler. Auch die Reise möchte ich Herrn Oehmer und den Freunden seiner These noch immer anraten.

    Ich verbleibe mit dem freundlichen Gruß:
    “Das Kraftwerk ist nun sicher und wird sicher bleiben”

  12. Die Leichtwasserreaktoren (LWR) basieren auf der Technik der Atom-U-Boot-Reaktoren mit deren Vorgabe „Kompaktheit vor Sicherheit“! Der LWR hat das Konzept des schwachen, kompakten Brennelements mit hoher Leistungsdichte von den Atom-U-Boot-Reaktoren übernommen.
    Auf dem Hintergrund einer subjektiven, politischen Vorgabe, welcher Grad von Sicherheit bei der Nutzung der Kernenergie anzunehmen ist (d.h. welche Auslöser für einen Unfall zu betrachten sind und welcher technische, Kosten aufwendige Aufwand – aus dem Auslöser abgeleitet – zur Kompensation der Schwäche des Brennelements des LWR erfolgen muss), folgen Politik und Wirtschaft mittels so genannter Risikoanalysen letztlich der Vorgabe „Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit“ (wie in Japan geschehen durch Nichtbetrachtung des unwahrscheinlichen Auslösers Erbeben/Tsunami bei der Auslegung der KKW, und in Deutschland ?), siehe DER SPIEGEL schon 1987: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13525030.html: „Sicherheit ist ein dynamischer Begriff“.
    Der Vertrauensbruch ist dermaßen groß (durch die Lügen in Japan, aber auch durch die früheren Aussagen der Kanzlerin), dass die friedliche Nutzung der Kernenergie mittelfristig tot ist und auch der inhärent sichere HTR (pebble bed) bei uns nicht mehr kommen wird, vielleicht in China!
    Im Grunde stellt sich die Frage, ob der Mensch reif ist für die Nutzung der Kernenergie mit ihrem hohen Schadenspotential, mag dessen Eintreten noch so unwahrscheinlich sein. Das hat nichts damit zu tun, dass Ingenieure und Fachleute – auch die in Japan – ihr Bestes geben, aber eben nicht die Entscheidungsträger. Und nochmals: das Brennelement des LWR ist hochgradig miserabel, was keiner wahr haben will, weil diese Aussage den Interessen von Politik und Wirtschaft widerspricht!!!
    Wer hat endlich die nötige Unabhängigkeit, um diesen schockierenden Zusammenhängen nachzugehen: „Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit“!
    Es werden Erdgaskraftwerke, nicht Kohlekraftwerke kommen (müssen): Die CO2-Lüge, auch der Kanzlerin, dass das menschgemachte CO2 das Klima verändert, muss dafür allerdings baldigst verschwinden.

  13. Im Grunde geht es ja um Hirnschmalz. Der scheint aber seit Jahrzehnten nicht eingesetzt zu werden. Weder bei Ingenieuren noch bei Politikern noch bei Journalisten. Jeder macht es sich so einfach es geht.
    Die Ingenieure halten alles für machbar, man kann alles regeln.
    Je aufwendiger und im Fall der Kernkraft mit hoher Redundanz auch hinreichend sicher geglaubt, um so besser.
    Betrachtet man die Kritikalität, ist das KKW sicher, das sich beim Eintreten in den überkritischen Zustand, von alleine runter regelt.
    Und Kühlung gibt es auch ohne Pumpen, das funktioniert nicht nur bei preiswerten Motorrädern mit Wasserkühlung, sondern auch bei Fernwärmeheizungen nach dem Schwerkraft und Konvektionstromprinzip. Leider wird Hirnschmalz nicht in ein selbstregelndes System investiert, sondern in mehrfach redundante Systeme die alle auf „Energie“ angewiesen sind, um die Umwälzung des Kühlmittels zu gewährleisten.
    Da die Kraftwerke alle das Erdbeben und den Tsunami überlebt haben, nur die Pumpen ausgefallen sind, was zu Folgeproblemen geführt hat,
    wäre ein System was nur einen Konvektionstrom benötigt sichere gewesen.
    Politiker leben in Denk und Handlungs-Zyklen die vom Wahlrhythmus abhängig sind und entsprechend kurzzeitige „Erfolge“ erzeugen.
    Nachhaltigkeit ist da ebenso unmöglich, wie Quartalsberichte in der Wirtschaft die auch eine Aussicht auf langfristig und nachhaltiges Wachstum im Wege stehen.
    Die politische Lösung für ein Endlager fehlt seit drei Jahrzehnten.
    Und seit dem 11.3.2011 dürfte klar sein, das sich das Restrisiko von genutzten KKWs nicht groß von den abgeschalteten unterscheidet, wenn sogar in Abklingbecken noch soviel Restwärme erzeugt wird, die einer geregelten Kühlung bedarf.
    Mit etwas Einsatz von Hirnschmalz hätte man die KKws gleich in Salzstöcken oder Tonschichten unterirdisch gebaut.
    Man hätte den Sargofarg, im GrößtenAnzunehmendenUnfall, und das Endlager, ohne den intensiven Rückbau für den Ausstieg.
    Journalistisch ist die Katastrophe ein Supergau. Jeder versucht sich mit Meldungen und eiligst befragten „Experten“ als kompetenter Berichterstatter darzustellen.
    Die quälendsten Fragen werden gestellt, nur nicht danach was für welche Fälle (mehr als zwei kann meist ein Reporter nicht unterscheiden) vorgesehen ist.
    Die Politiker nutzen die Gesetzelage und schließen mit §19 einfach die ältesten KKWs, statt gleich dem Unsinn ein Ende zu machen.
    Denn es ist Unsinn eine Technik zu nutzen, für die es bis heute keine Entsorgung (Endlager) gibt.
    Hirnschmalz kann es also nicht gewesen sein, der den Betrieb von Technik zugelassen hat, ohne sich vor der Nutzung darüber Gedanken gemacht zu haben, was und wie mit den Resten umgegangen wird.