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vonDetlef Guertler 14.04.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Ich habe das Knödel-Geheimnis gelöst“, verspricht uns heute die Ganzjahresweltreisende Meike Winnemuth, derzeit Schanghai: „nämlich wie die Chinesen es hinkriegen, superdünne transparente Knödel zu machen, durch die man die Füllung schimmern sieht und die auch beim Dämpfen nicht auseinanderfallen.“

In anderen Weltregionen wird das Knödelgeheimnis allerdings anders definiert. Im Wirtshaus Kollonödt im österreichischen Ort Rohrbach beispielsweise besteht es eher aus der Füllung, besser gesagt aus den verschiedenen Füllungen der Knödel auf dem Teller. Allerdings wird es viele geben, die dieses Geheimnis gar nicht so genau lüften möchten – denn diese Füllungen sind wohl eher so etwas wie Blut- oder Leberwurst. Na, dann doch lieber das chinesische Geheimnis der Transparentknödelherstellung.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2011/04/14/knoedelgeheimnis/

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kommentare

  • sg. herr gürtler!

    das wort knödelgeheimnis haben nicht sie erdacht, sondern das gibt es schon seit über 20 jahren und zwar als markenname für kleine gefüllte knöderl mit hauchdünnem teig (transparent).
    wir in österreich, das knödelland schlechthin, brauchen uns von den chinesen das knödelmachen nicht zeigen lassen.
    näheres unter http://www.knoedel.at
    mfg heinz hofmann

  • @Ludwig Trepl – das soll ein verspäteter Aprilscherz sein, oder? Bayrische Semmelknödel, Böhmische Knödel und Marillenknödel sind nicht der Rede wert? Können wir nicht wenigstens in den Blogs der TAZ auf Chauvinismus verzichten?

  • Da, wo man zu Klößen Knödel sagt, versteht man sie sowieso nicht zu kochen. Darum muß man sich mit diesen Österreichern gar nicht aufhalten.

  • Aber vielleicht bezieht sich Knödelgeheimnis ja auf das Verb „knödeln“ aus der Gesangstechnik (für gepresstes Singen) und wir sind alle auf dem falschen Dampfer?

  • Statt eines wortbezogenen Kommentars folgender Hinweis auf einen humoristisch aufgezogenen Kleintest, der auf eine Sprachform von „Knödel“ aufgreift; er ist unterhaltsam auf Schüler bezogen und stellt die Frage „Wie ist die Mehrzahl von ‚Knödel'“?

    http://www.testedich.de/quiz06/dasquiztd.php3?testid=1059423904

    (Wirkliche „Geheimnisse“ zu Knödeln oder anderen leckeren Spezialitäten gibt es dort nicht.)

  • Das angesprochene Restaurant scheint wirklich für Vegetarier eher ungeeignet zu sein und das beschriebene Anrichten des Knödelgeheimnisses auf Krautsalat schließt Marillen- und Germknödel mal eher aus. Aber sonst wären wechselnde süße Füllungen (Zwetschgenmarmelade, Aprikosen, Himbeermarmelade, Johannisbeergelee, meinetwegen Nutella) solcher Hefeknödel doch was für Kinder und Vegetarier. Also, geben wir dem Mitteleuropäischen Knödelgeheimnis! auch eine Chance!

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