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vonDetlef Guertler 10.06.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Geil! „Die belastenden Indizien für den Sprossenverdacht aber brachte ein neues Ermittlungsverfahren“, das „erstmals zum Einsatz kam“– offenbar ein richtiges Wundermittel, diese „rezeptbasierte Restaurant-Kohortenstudie“.

Nein, völliger Bullshit, diese Erklärung. Unsere ach so korrekten Behörden haben nichts anderes gemacht als die klassische Ermittlungsarbeit, die sie in der Ehec-Angelegenheit von Anfang an hätten machen sollen. Ich hatte das hier vor elf Tagen mal beschrieben:

Da sind in Frankfurt 19 Leute erkrankt, die alle in der gleichen von einem Gross-Caterer betriebenen Kantine gegessen haben. Das allein müsste doch schon ausreichen, um dem Täter auf die Spur zu kommen: Was haben die Leute da gegessen, wann haben sie da gegessen, viele potenzielle Verursacher können da nicht übrig bleiben. Und weil der Caterer auch so etwas wie Lieferscheine hat, müsste für die Verdächtigen doch auch die Herkunft ziemlich weit zurückverfolgt werden können. Zumindest bis zum Grossmarkt, und jede Wette, der Grossmarkt hat so etwas wie Verkaufsdaten, aus denen man erkennen kann, von welchem Händler die potenziell verdächtigen Produkte gekommen sind.

Ja, man kann das auch rezeptbasierte Restaurantkohortenstudie nennen – aber warum um Himmels willen ist das nicht schon lange vorher passiert? Was haben die da oben, wer immer die da oben auch gewesen sein mögen, eigentlich die ganze Zeit gemacht????

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