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vonDetlef Guertler 23.06.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Habe ein schönes neues Wort gefunden: Ferngehen“, schreibt Wortistik-Leser Rico Grimm. Gefunden im Blog Simple Wahrheiten, und der wiederum hat das Wort auf einer Kneipenwand gefunden: „Lieber Ferngehen als Fernsehen!“ steht da.

Und was soll das sein: Ferngehen? dachte ich zuerst. Und habe dann aber sehr schnell eine Erklärung gefunden – nämlich beim für Trendwörter sonst eher unzuständigen Verkehrsclub Österreich:
„Neue Medien: Vom Fernsehen zum Ferngehen“, heisst es dort, und weiter:
„Junge Menschen leben in einer globalen, digital vernetzten Welt, in der nicht das Kaffeehaus, sondern der Bildschirm, am Mobiltelefon und Computer, der Treffpunkt mit der Welt ist. Die wachsende virtuelle Mobilität wird genützt, um die physische Mobilität zu optimieren.“

Wenn jemand also sich unterwegs von seiner Umgebung abkapselt und in sein eigenes Umfeld eintaucht, ist er kopfmässig ganz ganz woanders als dort, wo seine Beine laufen – er geht also fern.

Doch, das gefällt mir.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2011/06/23/ferngehen/

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kommentare

  • „Warum soll ich nicht beim Geh’n
    sprach er, in die Ferne sehn?
    schön ist es auch anderswo
    und hier bin ich sowieso“
    sprach der reiche Engländer in Wilhelm Buschs „Plisch und Plumm“ (zitiert aus der Erinnerung), setze sich gehend das Teleskop vors Auge und plumpste in einen Teich. Auch eine Art von Ferngehen, ist aber, wie man sieht, nicht ganz ungefährlich.

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