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vonDetlef Guertler 25.06.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Mir“, schreibt Wortistik-Leser Steffen Skalé, „ging in den letzten Monaten immer wieder mal die Wortschöpfung „Dissertationsblüte“ durch den Kopf, als ich von diversen Blüten, nicht nur im Stil der Arbeiten, las und hörte. Und eigentlich fehlt doch dieses Wort noch im allgemeinen Sprachgebrauch, da der Wert einer Blüte durch die promovierende Aufhübschung doch nicht unerheblich steigt.“

Ich würde die Blüte da eher anders verstehen wollen, nämlich so wie beim Falschgeld. So wie eine Blüte ein falscher Geldschein ist, wäre dann eine Dissertationsblüte eine falsche Dissertation, also eine, die nicht den an eine solche wissenschaftliche Arbeit zu stellenden Anforderungen genügt. Da gibt es bestimmt noch ein paar mehr Blüten am Wegesrand, die es zu pflücken gilt.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2011/06/25/dissertationsbluete/

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kommentare

  • Darf ich der Dissertationsblüte noch „Ausschuss-PolitikerIn“ hinzu fügen?

    Mit Namen macht man keine Witze. Ich werde mich dran halten, und zu Jorgo fällt mir sowieso nichts ein. – Kali Nichta

  • Lieber Herr Guertler,

    habe ich mich im Blütenrausch des Frühjahrs, oder besser ja nun gerade angebrochenen Sommers schon so verwirren lassen, dass ich mich doch irgendwie unglücklich ausgedrückt habe? Mir scheint so. Mea culpa! Ich meinte es schon (auch) exakt so, wie Sie es sehen…

    Nur sollte die Anspielung des Werts einer Blüte eine (doppelte) ironische Brechung sein, denn es gibt ja (mind.) ideelle und materielle Werte, so dass die Aufhübschung einerseits auf den ideellen Prozess des Promovierens rekurrieren kann (der die Blüte u.U. verschönern kann; wenn auch mit falschen Mitteln) und andererseits auf den materiellen “Prozess” im Sinne von Schaffung von (vielleicht) besseren Konditionen etc.

    Aber ehe ich im Blütenrausch versinke, ich besser von dannen hinke…

    LG,
    S. Skalé

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