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vonDetlef Guertler 14.04.2012

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Ich werde mich natürlich hüten, den Shitstorm zu attackieren. Weil es ein mittlerweile eingeführtes Wort ist, weil es kürzlich erst zum Anglizismus des Jahres gekürt wurde, und weil man sich sonst womöglich selbst einem Shitstorm aussetzt, und wer will das schon?

Weshalb ich auch dem Vorschlag von @TeraEuro nicht folgen möchte, der den Shitstorm durch einen Twitterrorismus ersetzen will, der noch viel viel schlimmer sein soll. Möglicherweise fehlt mir schlicht die Fantasie, wie auf Twitter etwas aussehen könnte, das schlimmer als ein Shitstorm sein sollte. Auch wenn sich das ganze Internet verschwören würde, um, sagen wir, auf @TeraEuro einzutwittern, wäre das für mich immer noch ein Shitstorm.

Schon besser hingegen gefiele mir der Begriff „Twitterrorist“. Das wäre nämlich ein praktischer Spezialname für Streitsucher auf Twitter. Also zum Beispiel diejenigen, die sich ständig Shitstorms einfallen lassen, oder mit selbstausgedachten Memen wie #wasimhandelsblattfehlt Säue durchs Global Village treiben. Es wäre also so etwas wie der Personen-Begriff zum Shitstorm. „Shitstormer“ geht ja nicht wirklich, oder? Da passt Twitterrorist deutlich besser.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2012/04/14/twitterrorist/

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kommentare

  • moin an den Hausherrn / „Wortwart“,

    wie schon kurz in G+ festgehalten,
    muss ich mich der überlegenen Sprachanalysefähigkeit des Chefs hier
    beugen und stimme hiermit der obigen Argumentation zu!

    Andererseits….:,
    die Verlockung der dunklen Seite der Macht ist groß…. .
    Wenn mein Kommentarvorgänger Hans Martin hier keine Einwände binnen 1 Woche vorbringt,wird das nette Wort

    #shitstormbringer

    ab diesem Datum gnadenlos gegutticopypasted
    (unter Angabe der Herkunft natürlich).

    Der vorherige Satz ist natürlich eine dreiste Lüge, längst erledigt, wer will schon ewig warten, man ist ja schließlich hab piratisert..)

    Bei diesen komischen Anwandlungen ist es wohl bald wieder an der Zeit,
    daß „Meister Yoda“ hier mich wieder auf den Pfad seiner Tugend geleitet.

    Lieben Gruß an
    Detlev

  • Mit einem alten Deep Purple Album im Hinterkopf: „Shitstormbringer“, ist zwar nicht deutsch, jedoch …

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