Dataist

Wir sind ja hier nun wirklich keine Anhänger der hemmungslosen Eindeutschung von Fremdwörtern im allgemeinen und von Anglizismen im besonderen. Wir erfreuen uns nur, das aber dafür umso intensiver, an der Lebendigkeit der deutschen Sprache und greifen deshalb gerne jeglichen Neuwortvorschlag auf, egal aus welcher Ecke er kommt. Und wenn es sich um einen Vorschlag handelt, mit dem ein deutsches Wort einen gebräuchlichen Anglizismus ersetzen könnte, ist uns das genauso recht wie der umgekehrte Fall: Die große Sprachfamilie in ihrer unerforschlichen Weisheit wird schon selbst entscheiden, welches Wort sie in Zukunft verwendet.

Viel Vorrede für einen kurzen Tweet von Peter Glaser: “Dataist” steht da, und dazu noch ein Pfeil nach oben, der auf sein Foto weist. Und das, also nicht der Pfeil, sondern das Wort, ist doch eigentlich eine großartige Eindeutschung des guten alten “Nerd”. Der ist ja heute in erster Linie dadurch gekennzeichnet, dass er sich möglichst rund um die Uhr in seinen Computer (Tablet, Smartphone etc.) vergräbt und dabei insbesondere gegenüber seiner physischen Umwelt merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag legt. Und sowohl die Elektronik als auch die Merkwürdigkeit sind im Wort Dataist angemessen repräsentiert.

Was man von den deutschen Begriffen, die der Verein Deutsche Sprache in seinem Anglizismenindex als Ersatz für Nerd anbietet, nicht wirklich sagen kann: “Fachidiot, Sonderling, Depp, Einfaltspinsel, Trottel” stehen da zur Auswahl, sämtlich pejorativ und die Eigentümlichkeit eines Nerds eben nicht erfassend. Niemand, der sich selbst als Nerd bezeichnet oder von anderen als solcher bezeichnet wird, würde auch nur einen dieser Begriffe für sich akzeptieren. Und schon gar nicht mit einem Pfeil von dort zu sich weisen. Das schafft nur der Dataist.

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